Work EP

Marcus Marr & Chet Faker - Work EP

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Erntezeit

Zwei Musiknerds unter sich: Marcus Marr und Chet Faker bringen am Freitag ihre gemeinsame EP "Work" raus. 

Hipster aller Länder, nehmt euch an die Patschehändchen. Chet Faker hat anno 2012 eine unsägliche Welle der Vollbärte - die manche gern auch mit Christbaumkugeln oder Glitter dekorieren - und des ach so "individuellen" Kleidungsstils, ausgelöst. Des Hipster größter Hipster. Oder so.

Genug Klischee für heute. Jedenfalls ist Faker nach seinem fantastischen Debütalbum Built On Glass jetzt zurück und hat seinen vergleichsweise unbekannten Kompagnon Marcus Marr Huckepack genommen und in sein Sounduniversum bugsiert. Gemeinsam haben die beiden in den letzten Wochen bereits zwei Tracks ins Netz gestellt. Am Freitag lassen sich die reifen Früchte ihrer Kollaboration nun endlich in Gänze ernten. Die Faker-Fans der ersten Stunde werden sich diese wohl genüsslich schmecken lassen.

Aber Vorsicht, ein bereits angegammeltes Früchtchen hat sich in die "Work EP" geschlichen. Mit der ausgekoppelten Single "The Trouble With Us" haben Marr/Faker zwar ein Schmankerl für die Indie/College-Radios des Landes zusammengezimmert, nur will der nicht so recht ins Gesamtkonzept passen. Auf die Frage, was ein befreundeter Chet Faker-Fanatiker denn von der Single halte, fielen böse Bemerkungen. Der einzige Song unter sechseinhalb Minuten – 3:43, also wie gemacht für Airplay – ist auch der einzige, fast schon peinliche Schwachpunkt der EP.

3/4 der Songs der EP überschreiten die magische Radio-Airplay-Grenze von fünf Minuten bei weitem. Es sind die Momente, in denen sich die Beatstrukturen der Songs langsam aufbauen, um in einem finalen electronica, teils technoiden Rausch zu enden ("Birthday Card").

Schon auf "Built On Glass" hat sich Faker's Detailverliebtheit gezeigt, wenn er Songs wie "Cigarettes & Loneliness" – was für ein Übersong! - unendlich hat erscheinen lassen. Sein Produzentenkollege Marr steht ihm in nichts nach, fügt der sonst so warmen Attitüde von Fakers Songs ein wenig Rauheit hinzu.

"Killing Jar" ködert mit einer eingängigen Melodie, behutsam eingesetzten Synthies und der warmen Stimme Fakers. Der von Marr produzierte Track ist der große siebenminütige Schlussakkord einer frutchtbaren Zusammenarbeit, der auch gerne ein Album folgen darf.

Download & Stream: 

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