Konfetti

Marcus Wiebusch - Konfetti

Redaktionswertung: 
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Vom Kettcar zum Cabrio

Nach einem erfolgreichen Jahrzehnt mit seiner Band Kettcar hat Sänger und Songschreiber Marcus Wiebusch sein erstes Soloalbum fertig gestellt. Und darauf ist alles nochmal ein bisschen größer und fetter als mit seiner Band. Und sogar sein Faible für HipHop lässt er durchscheinen.

Schon an den ersten Takten von "Konfetti" hört man, dass Marcus Wiebusch für sein Soloalbum in die Vollen greift. Alles ist erlaubt, die Schrammelgitarre bleibt weitgehend in der Ecke stehen, stattdessen hat sich Wiebusch zahlreiche Kumpels ins Studio geladen, um gemeinsam zu musizieren und Neues auszuprobieren, was bisher nicht zum Bandsound gepasst hätte. Dabei kommen dann auch textlich ganz neue Aspekte zum Vorschein, so versucht sich Wiebusch ein ums andere Mal an Sprechgesang ("Jede Zeit hat ihre Pest"), thematisiert das Thema Homophobie im Fußball ("Der Tag wird kommen") mit klaren Worten und macht sich keine Ilusionen, dass er sich damit nicht nur Freunde machen wird ("Haters Gonna Hate").

Zusammengehalten wird das musikalisch bunte Album "Konfetti" nur von Marcus Wiebuschs markanter Stimme und von seinen Texten. Diese drehen sich anders als beim letzten Kettcar-Album nicht um Persönliches, sondern formulieren eine Haltung zu aktuell relevanten gesellschaftlichen Themen. So hat er den Song "Nur einmal rächen" den Zuckerbergs gewidmet, den Nerds, die zunächst gedemütigt werden und später sich mit ihrem unvorstellbaren Reichtum rächen. "Springen" handelt vom Mut, Dinge einfach mal zu tun, auch wenn sie erstmal radikal erscheinen.

Mut braucht es für Kettcar-Fans freilich nicht, sich das Album "Konfetti" anzuhören, denn musikalisch bleibt alles schön ausgewogen im Midtempo-Bereich. Überraschungen wie die diversen Ausflüge in Richtung HipHop bleiben eher die Ausnahme, ansonsten kann man auch zu "Konfetti" problemlos kuscheln oder einen guten Rotwein trinken und sich mit Wiebusch an dem schönen Gefühl erfreuen, immer auf der richtigen Seite zu stehen und gemeinsam irgendwann "das Böse zu besiegen". Ob sich das Böse allerdings von mainstreamigem Poprock überrumpeln lassen wird, steht in den Sternen.

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