We Slept At Last

Marika Hackman - We Slept At Last

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Von Nirvana zum Indie-Folk

Wegen ihrer dunklen Stimme wurde Marika Hackman schon als "lovechild of Nico and Joanna Newsom" bezeichnet, ein britisches Magazin bescheinigte ihr, sie würde Folk neu definieren. Ihr Debütalbum “We Slept At Last” löst die Vorschusslorbeeren voll und ganz ein.

Wer Vorurteile gegenüber musizierenden Models hat, sollte jetzt unbedingt weiterlesen und Marika Hackmans Debütalbum hören: Die Singer-/Songwriterin aus Brighton stand bereits für verschiedene Edelmarken vor der Kamera, mit Star-Model Cara Delevingne ist sie dick befreundet – als Teenager spielten die beiden in einer Band und coverten am liebsten Songs von Nirvana. In besagter Band saß Marika übrigens am Schlagzeug, die heute von ihr bevorzugte Gitarre überließ sie Delevingne.

Zuerst fällt auf, dass Hackman sehr fleißig ist: Alle Stücke sind neu, kein einziger Song ihrer bisherigen drei EPs "Deaf Heat", "Sugar Blind" und "That Iron Taste" wurde recyclet. Die Vorliebe für düstere, kontemplative, dabei vielschichtige Kompositionen hat sie beibehalten, weiterentwickelt und verfeinert: Die Songs sind zurückhaltend, beinahe minimalistisch, wirken beim ersten Höreindruck zart und leise – und schillern doch vor Details und Abwechslungsreichtum.

Marika Hackman ist selbstbewusst: Vergleiche mit Joanna Newsom und anderen New-Folk-Größen haben sie nicht eingeschüchtert. Auf “We Slept At Last”, das kurz vor Hackmans 23. Geburtstag erscheint, findet sie zu ihrem eigenen Stil: Sie mischt Indie-Folk mit psychedelischen Elementen, bringt aber auch mal schwungvollen Drive wie bei der großartigen Single “Animal Fear”; sie kann zerbrechlich und traurig wirken und die Gitarre regelrecht weinen lassen wie im wehmütigen “Skin”, in “Open Wide” zitiert sie ein Nirvana-Riff und verweist damit auf ihre musikalischen Gehversuche in Delevingnes Band.

Produziert wurde das Album - wie auch schon die EPs - von alt-J‘s Charlie Andrew, der Marika Hackmans Musik genügend Luft zum Atmen lässt – kein Firlefanz (außer zauberhaft geschichteten Gesangsspuren) beschwert Hackmans melancholische Folk-Vision, die im besten Sinne zeitlos wirkt.

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