Ay Ay Ay

Matias Aguayo - Ay Ay Ay

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Die neue Welt

Das Genre "World Music" hat heute doch einen etwas faden Beigeschmack. Dank vieler musikalischer Fragwürdigkeiten, die das Genre in der Vergangenheit aufwarf, riecht es irgendwie immer unangenehm streng nach Patschuli. Matias Aguayos Entwurf kann man jedoch getrost als "World Music" bezeichnen.

Da der Begriff gerne mal dafür herhalten muss, traditionelle Musik aus Nicht-Industrienationen marketingtechnisch zu verkaufen, völlig egal welcher Herkunft oder Qualität, ist er inzwischen doch stark in Verruf geraten. Selbst David Byrne, einer der ersten Protagonisten der so genannten "World Music" hat sich längst von diesem Begriff distanziert und hält ihn für kontraproduktiv und ausgrenzend.

Doch für Matias Aguayos Ansatz, Musik zu produzieren, scheint er wie gemacht. Der in Köln aufgewachsene Chilene kam früh mit der Kompakt-Szene in Berührung, zunächst als exzessiver Partygänger, später dann auch als Produzent eigener Tracks. Dabei mischte er gerne seinen rhythmischen Sprechgesang mit minimalen elektronischen Tracks u.a. mit seinem Kölner Projekt Closer Music Anfang der Nuller Jahre. Nach einem längeren Aufenthalt in seiner Heimat Südamerika und in Paris, wo er sich als Partyveranstalter und DJ einen Namen machte, ließ er seinen strengen Minimal Techno auf die überschäumende Feierlaune der Südamerikaner und Afrikaner prallen. Was dabei für Funken entstehen, zeigt er nun auf dem Label Cómeme, das er mit Freunden in Buenos Aires gründete. Und auf seinem Soloalbum "Ay Ay Ay" auf Kompakt,auf dem er auch immer wieder afrikanische Rhythmen verarbeitet.

Statt nostalgischer Zitate bietet sein Album ein Mash-Up der besonderen Art, zusammengehalten von einem unaufhörlich tänzelnden Groove, der immer direkt auf die Hüfte zielt und nicht nur auf Kopf oder Beine. Damit kreiert er eine Lässigkeit, die ihm nur wenige seiner Kollegen auf Kompakt so einfach nachmachen können. Aguayo sorgt mit seinem offenen Ansatz für eine echte Weiterentwicklung und für eine authentische "World Music", die nicht nur west-europäische Clubgänger verstehen oder Elemente aus exotischen Kulturen klaut, sondern die aus dem Zusammentreffen ganz unterschiedlicher Kulturkreise etwas Neues schafft.

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