Album

Megafaun

Megafaun - Megafaun

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Sneak Preview

Es gibt, der Umtriebigkeit des Bon-Iver-Kopfes zum Trotz, noch immer viele Bands, in denen Justin Vernon nicht mitspielt. Megafaun jedoch ist DIE Band, in der Justin Vernon nicht mitspielt. Und die ihn nun, mit ihrem schönen dritten Album, zum Weinen brachte.

Eh Vernon alles hinwarf, sich im Wald versteckte, eine Platte aufnahm und als Bon Iver zum Liebling der Irgendwietraurigen wurde, war er Teil der Band DeYarmond Edison, die aus Folk, Americana und Eigensinn ein verschachtelt-schönes Haus um seine Stimme baute. Die Umstände veränderten sich, die Band zerbrach, Bon Iver und Megafaun entstanden.

Wo Vernon sich zunächst sich selbst hingab, knieten sich Megafaun in die Musik. Joe Westerlund und die Brüder Brad und Phil Cook drehten und zupften an Folkentwürfen, versetzten sie mit wagemutigen Rhythmen, eigensinnigen Arrangements und verspielten Geräuschen. Ihre Freude am Experiment ließ traditionelle Liedstrukturen anmutig wanken, ihr Gespür für das unerwartete Detail erschütterte allzu sicheres Terrain.

Das am 2. September erscheinende dritte Album der Band schafft aus vielen Ideen ein rundes und doch flüchtiges Ganzes, irgendwie Folk, irgendwie Pop, immer wieder ein Experiment. Oft und gern reißen Megafaun dabei tragende Säulen ihrer Musik ein, fallen Lieder in sich zusammen, entstehen Chaos und Konfusion. Und dann, als wäre das gar nichts, greift das Trio verblüffend elegant in die Wirrnis, schnappt sich einen Klang und zieht alles wieder auf Linie: Folk, Blues, Pop, Jazz, Schönheit, Anmut, Melancholie

Im zweitbesten Fall verwirrt das alles hochangenehm, im besten Fall lässt sich Justin Vernons schöne Heulsusenpathos-Reaktion vollendet nachempfinden: Geweint hätte er, erklärte er kürzlich in einem Interview, denn "everything is so good."

Download & Stream: 

Alben

Ähnliche Künstler