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Player Piano

Memory Tapes - Player Piano

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Unscharf bis zur Selbstauflösung

Alle waren sie sich einig, alle waren sie begeistert. "Seek Magic", das Debütalbum von Dayve Hawk alias Memory Tapes, verzückte das musikbeschreibende Internet bis zur Glückslähmung. Mit "Player Piano" reicht Hawk nun mehr von allem nach: Mehr verträumten Beat, mehr verhuschten Pop, mehr verhalltes Glück.

"Seek Magic" war ein Überraschungserfolg am Ende einer Zeit, in der sich Dayve Hawk schlichtweg nicht festlegen wollte. Bis dahin war er unter wechselnden Pseudonymen in Erscheinung getreten, hatte hier ein Stück, dort eine EP, dahinten einen Remix veröffentlicht. Das Debütalbum als Memory Tapes goss diese Unentschlossenheit schließlich in Musik: Schichtenreicher Pop, zu dem es sich eigentlich nur an Weichzeichnerstränden und in Zeitlupe tanzen ließ. Wie in Watte legte Hawk seinen Gesang in den Beat, gönnte sich hier etwas Kitsch, dort ein wenig Unschärfe, und schaffte es so, Memory Tapes schon beim ersten Hören wie eine hochgeschätzte Erinnerung klingen zu lassen.

Wer von "Player Piano" erwartete, dass es die Andeutungen und Verzagtheiten des Debüts ausformuliert und runder produziert und deutlich entwickelt daherkommen würde, wird nun angenehm enttäuscht. Produktionstechnisch nämlich klingt das zweite Memory-Tapes-Album sogar eher nach einem Schritt zurück, wirkt es selbst in seinen eingängigsten und stärksten Momenten noch unschärfer, noch weniger greifbar als das Debüt. Es ist hierbei beachtlich, wie auf den Punkt genau das Video zu "Yes I Know" Bilder zu diesem Ansatz findet, von der Fotowand über die Reise an unbestimmte Orte bis hin zur Selbstauflösung. Was zunächst beliebig wirkt, schafft am Ende eine kaum greifbare, aber ergreifende Schönheit, die stärker wirkt als jeder Hit.

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