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Jewellery

Micachu - Jewellery

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Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Pop-Symphony aus Noise und Rausch

Was man an virtuosen und avantgardistischen Ausbrüchen aus dem musikalischen Establishment meist nicht mag, ist ihre Unhörbarkeit. Hier und jetzt wird nun alles auf den Kopf gestellt und Musik gemacht, die so gut und vorausschauend ist, dass man sie kaum fassen kann.

Diese Musik macht Mica Levi, eine junge Britin, unter dem Alias Micachu. Weil sie Kind einer Violin-Cellolehrerin und eines Royal Holloway College-Musikdozenten ist, antizipiert man ungehört vollends durchkomponierte Popopern in bester Produktionskulisse. Gewaltig geschnitten! Hier regiert der Staubsauger (sic!), der für den wohlklingenden Dreck saugt und so unzählige faszinierende Sounds aus der entlegensten Ecke hervorwirbelt.

Grimmige Beats, schnoddrige Gitarren und rumpelnde Samples, denen in ihrer Kombination lo-fi noch viel zu sauber und langweilig ist. Bei Micachu poltert der Noise seine Melodien, rauscht der Dreck durch Ohr, Mark und Bein. Arty-farty? Nein, das Verrückte daran: Man möchte zu diesem Debüt (sic!) tanzen, meint den Pop, den R&B und Soul in diesem vermeintlich strukturlosen Soundknäuel zu erkennen. Das macht Spaß, das reißt mit, das ist richtig richtig gut!

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