Cover: Milow - Modern Heart

Milow - Modern Heart

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Schmusepopper Milow hat sein neues Album "Modern Heart" draussen. Mit dem wollte er sich erstmals neueren Soundeinflüssen öffnen. Gut gemeint, aber....

Mit "Ayo Technology", "Little In The Middle" und vor allem "You Don't Know" hat es sich Milow weltweit in den Herzen viele Popmusikliebhaber gemütlich gemacht. Mit seinen sanften akustischen Klängen oder auch größer und voller produzierten Tracks heimste Milow unzählige Auszeichnungen ein.

Diese Songs hatten alle annähernd die gleiche Struktur. Elektronische Einflüsse waren darin nicht zu finden. Weil es aber jetzt scheinbar en vogue ist Popmusik mit ein bisschen Beat und kaltem Sound zu unterlegen dachte sich der Belgier: "das versuch ich doch jetzt auch mal." Zusammen mit dem Produzententeam von Rihanna und Chris Brown zog er sich nach L.A. zurück und bastelte an seinem neuen Ich. Mit "Howling at the Moon" bekamen wir bereits Ende April eine erste Kostprobe.

Der Eisbär in L.A. schlägt sich wacker auf "Modern Heart". Der Wille, eine neue Songstruktur, neue Inhalte einfließen zu lassen ist da: hier ein klackern, da ein tropfen, die Beats schichten sich ganz gut auf- und ineinander, aber das ist einzig und allein den Leuten hinter den Mischpulten zu verdanken. Milow verabschiedet sich von seiner einst so sympathischen Art und Weise authentischen Akustik-Pop zu machen. 

Was bleibt ist Austauschbarkeit und Durchschnitt. Kann sein, dass es Milow selbst ein inneres Anliegen war, neue Einflüsse in seinen Stil einzufügen. Von außen betrachtet wirken Songs wie "Lonely One" aber einfach viel zu konstruiert und entbehren jeglicher Authentizität.

Dabei hat Milow auch Songs nach altem Kaliber auf "Modern Heart" dabei. Doch warum er diese Seite von sich so unter den Scheffel stellt, bleibt ein Rätsel. Songs wie "Really Rich" oder "NoNoNo" sind herzerwärmende Akustikpop-Nummern, die an den alten, sympathischen Glatzkopf mit der butterweichen Stimme von damals erinnert. Und nicht an ein unter richtig stark produzierten Sound untergehendes Mosaik. Hier kommt zusammen was irgendwie nicht zusammengehört.

"Modern Heart" erscheint am 13.05. über Homerun Records / Island Records.

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