Planet Of Ice

Minus The Bear - Planet Of Ice

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend

Das Quintett aus Seattle hat sicher alles andere als einen leichten Stand. Ihr letztes Album war eines der innovativsten, geschmackvollsten Indiealben, das sich im Jahr 2005 zwischen Pop und Rock positionierte. Wie kann man so etwas nun toppen?

Mit dem Remix-Album des letzten Jahres in jedem Fall nicht. „Interpretaciones Del Oso“ war absolut entbehrlich und überflüssig, allein deshalb, weil seine Grundlage unschlagbar war. Nun, im Jahre 2007, ist Keyboarder und Samplelibrary Matt Bayles erstmals nicht mehr an den MTB-Tasten. Er konzentriert sich zukünftig gänzlich auf seine Produzentenkarriere, die mit Mastodon, The Blood Brother und aktuell auch Forward Russia! einige Knaller vorzuweisen hat. Mit Bayles ist aber auch das elektronische und poppige Moment der Band gegangen. Die Haare der Zurückgebliebenen sind länger, der Sound psychedelischer und die Songs experimenteller geworden. Alles ist rockiger und weniger kleinfasrig, verspielt und detailverliebt. MTB zelebrieren weniger den perfekten Pop und haben sich etwas zurückgezogen, in den rockigen Space. Der „Planet Of Ice“ in der Nähe der dunklen Seite des Mondes? Wer nun Pink Floyd-infizierten Progrock erwartet, irrt, denn dafür haben sich die Jungs auf Ewigkeiten zu sehr den ultimativen Poprefrains verschrieben. Auf der verlinkten Seite stehen gleich zwei Tracks des neuen Albums „Planet Of Ice“ als kostenlose Downloads bereits. Neben dem poppigeren, an das Vorgängeralbum erinnernde „Throwin’ Shades“ gibt es den weitaus retrorockigeren Sechsminüter „Dr. L’Ling“ zu hören. Auch wenn das Album seinem Vorgänger das Wasser nicht ganz reichen kann, so ist es doch ein außer- gewöhnliches, schlaues, groovendes und kraftvolles Rockalbum. (bb)

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