Central Belters

Mogwai - Central Belters

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
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herausragend
Happy Birthday, Mogwai!

20 Jahre haben die Schotten mittlerweile auf dem Kerbholz. In denen entstanden acht Studio-Alben und diverse Soundtracks zu Serien und (Doku-)Filmen. Genug Zeit und Stoff also, um das musikalische Schaffen Mogwais auf eine Platte zu pressen. Oder besser gleich auf mehrere, in Form einer ganzen Box. Da heißt es dann auch: happy Birthday, Fans!

Drei CDs bzw. sechs LPs mussten es dann doch sein. Eigentlich nicht verwunderlich bei einer Band, die in episch-wuchtigen Klangwelten zu Hause ist. 1995 in Glasgow gegründet, sind Mogwai vor allem für eines bekannt: breit angelegte, atmosphärische Sounds, die sich konstant in einem Spektrum von melancholischer Verzweiflung bis hin zu treibender Wut bewegen. Zumeist ohne Worte.

Der Album-Titel orientiert sich übrigens an der Geburtsstätte der Band: der sogenannte "Central Belt" beschreibt die Gegend mit der größten Bevölkerungsdichte in Schottland. Wie passend. Denn 'Dichte' ist ein Wort, welches die Musik von Mogwai ganz gut charakterisiert.

Neues Video zu altem Song: Helicon 1

Die Band - das sind Dominic Aitchison, Stuart Braithwaite, Martin Bulloch, Barry Burns und John Cummings - präsentiert ihre Songs auf den ersten beiden CDs chronologisch: angefangen bei "Young Team", endet die Retrospektive bei der letztjährigen Platte Rave Tapes. Der dritte Teil des Boxsets umfasst B-Seiten und EP-Raritäten, die bis auf einen Track ("D To E") jedoch alle ganz offiziell das Licht der Musikwelt erblickten.

Der ein oder andere Fan mag sich vielleicht die Frage nach der Vollständigkeit dieser musikalischen Reise stellen. Wo ist "Herod"? Wo die Gitarren-Last von "Glasgow Megasnake"? Tja nun, man kann wohl nie alle gleichermaßen glücklich machen.

Doch es lohnt definitiv, sich von der Welle tragen zu lassen und ein wenig in Nostalgie zu schwelgen. Wenn Xylophon-Melodien in Rockschichten eingebettet werden wie in "Summer" und "Hungry Face" oder das Piano seinen Klangfaden durch "I Know You Are But What Am I" und "Half Time" zieht, ist das einfach grandios. Wie eine Sound-Wand, die sich dem Körper nähert und bei der ersten Berührung zerspringt.

Aber das dicke Ende kommt bekanntlich zum Schluss: die Compilation endet mit dem 20-minütigen Hammer "My Father My King". 20 Minuten, 20 Jahre. Klingt einleuchtend. Ursprung ist das jüdische Gebet "Avinu Malkeinu", hebräisch für "Mein Vater, mein König". Was sonst in knappe vier Minuten passt, nimmt bei Mogwai nur geringfügig mehr Zeit in Anspruch. Dabei beschränken sich die Jungs auf die Melodie des Gebets und verzichten auf den Text. Töne sagen eben mehr als viele Worte.

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