Album

Ben Chantice

Monoland - Ben Chantice

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Das Schöne im Getöse

Die Berliner Band Monoland ist eine seltsame und vor allem seltene Erscheinung. Vollkommen unerwartet veröffentlichen sie alle paar Jahre ein Album voller seltbstverlorener Zeitlosigkeit und erhabener Schönheit, das sich an nichts messen lässt und lassen

Fast hätte man schon wieder gedacht, die Band gäbe es gar nicht mehr, so zurückhaltend wie sie agiert. Hier und da ein Konzert, ansonsten kaum ein Lebenszeichen. Doch Zeit scheint keine allzu große Rolle im Kosmos Monolands zu spielen. Stattdessen das Warten und das Werden, das an keine Regeln gebunden ist, die nicht aus der Musik selbst sich ergeben. Und so spielt es im Grunde auch keine Rolle, sich dem Hörer für fünf Jahre zu entziehen, wenn ihm nur dann wie hier in aller Bescheidenheit ein neues, vielschichtiges Meisterwerk angeboten wird. Nach wie vor steht die große, amorphe Fläche im Mittelpunkt der Musik von Monoland, um die herum sich die Stücke bilden, aufbauen, fließen, zerfasern, auslaufen. Meist nicht unter fünf Minuten, ist jedes einzelne von ihnen eine eigene Reise, eine Geschichte, eine Einladung, der Band zu folgen, sich fallen zu lassen. Ein dichter Teppich aus Hallgitarren, queren Loops, verfremdeten Geräuschen, aus dem heraus Schlagzeug und Bass sorgsam eine verwogene Struktur entwickeln. Darin eingebettet der warme, ruhige Gesang. Und doch gehen Monoland deutlicher noch als auf dem Vorgänger "Cooning" in Richtung Pop, wenn man so will, wenn wie im Opener "Yuriko" sich aus dem wallenden Soundwust eine schlichte Melodie schält, wenn auch das mit Vorsicht zu sagen wäre. Denn obwohl das Klanggewand insgesamt etwas luftiger ist, als auf früheren Veröffentlichungen, sind Monoland eben Monoland. Zum Glück. Und das heißt hier im Gegensatz zu eigentlicher Popmusik: verharren, sich Zeit nehmen, entstehen lassen.

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