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Neobagism

Monostars - Neobagism

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Die Münchner Monostars sind sind nach der Auflösung von Blumfeld vielleicht eine der letzten Anlaufstellen im Genre "Ernster Indie-Pop". Auf ihrem fünften Album zeigen sie sich analytisch und songorientiert.

Was kryptische Albumtitel anbetrifft haben deutsche Bands noch immer eine Menge Phantasie. Das neue Album der Münchner Diskursrocker Monostars heißt "Neobagism" und kurzes googlen klärt den unbedarften Autor darüber auf, das es sich dabei um die Bezeichnung handelt, die John Lennon und Yoko Ono Ende der 60er-Jahre für ihre satirisch-ernsten Friedenskampagnen wählten. Satire und Ernst sind auch wiederum ein gutes Leitmotiv für dieses Album. Wie bereits auf dem Vorgänger "Nichts für immer" pendeln die Monostars zwischen unkitschigem Liebeslied und analytischem Popsong. Norbert Graeser formuliert einerseits scharf und kühl, nur um im nächsten Song Gefühle zuzulassen. Und das Gefühle eben auch etwas mit Diskurs und Analyse zu tun haben beweisen die Monostars im Opener "Hey", der den Bogen spannt von Sigmund Freud und Antonio Negri bis zu den Smiths. All die textliche Tiefe ist auf "Neobagism" wieder stärker in den Song eingebettet. Gab es auf den letzten Monostars-Alben noch allerlei improvisatorische Experimente, so findet sich auf dem neuen Album, fast klassisch, der kompakte Song im Mittelpunkt. Der Download "Wir sind umzingelt" schafft den Spagat zwischen Pop und Kritik, ein Song übrigens, der in seiner lässigen Groovigkeit auch an die famosen Sterne erinnert.(cw)

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