Wir können nix dafür

Moritz Krämer - Wir können nix dafür

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Gewitzter Melancholiker

Der  knapp 30-jährige Berliner Moritz Krämer pflegt neben einer Leidenschaft für Film und Theater die alte Schule des Liedermachens. Auf seinem Debütalbum „Wir können nix dafür“ präsentiert sich Moritz Krämer als gewitzter Melancholiker.

Nicht dass der Witz hierauf fehlen würde. Der junge Sänger und Songschreiber schafft es oft, seine traurig-verträumten Geschichten an den richtigen Stellen zu pointieren. So wie in „Nichts getan“, worin er seiner Ex-Freundin hinterher trauert und die Tränen im Nachtreten trocknet, wenn er ihr erklärt: „Deine Katze, die ist tot. Wir haben Elegant-landen-vom-Balkon geprobt.“ Überwiegend spielt und singt Krämer Lieder über kleine und große Alltagsgefühle, die seinem Album einen schwermütigen Grundton verpassen, allerdings ohne in Selbstmitleid zu versinken. Vielmehr kreiert er Personen, Szenen und Geschichten, die er beobachtet und beschreibt, so als handelte es sich bei seinen Liedern um Kurzfilme. Seine Leidenschaft für szenische Texte verwundert kaum, schließlich studiert Krämer nebenbei auch noch Regie an der Filmhochschule Babelsberg.

Auf schlicht arrangiertem Indie-Pop, angereichert mit weichem Orgelspiel und auch mal ein paar Geigen, erzählt er mit latent heiserer Stimme vom einsamen Balkon-Gaffer, der beim Anblick des glücklichen Pärchens gegenüber im Neid versinkt. Oder vom chaotischen Onkel, der sich so wenig im Griff hat, dass nicht er auf seine Nichte, sondern die Kleine auf ihn aufpassen muss. Höhepunkt ist dann Krämers Vorstellung von der eigenen Beerdigung in „Hinterher“, bei der er nicht mal seinen letzten Wunsch erfüllt bekommt (die Anwesenheit von Putin und Rachel Weisz).

Nur gut, dass Krämers Melancholie immer leicht bleibt, seine Lieder und Geschichten dafür sorgen, dass man sich wohlfühlen und die ganzen Sorgen schnell wieder vergessen kann. Außer Gisbert zu Knyphausen und ihm kriegen das nicht viele hin.


Moritz Krämer live


17.10.2011 Berlin Heimathafen
mit Judith Holofernes/Wir Sind Helden und Francesco Wilking/Tele

16.12.2011 Halle Steintorvarieté
mit Francesco Wilking und Gisbert zu Knyphausen

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