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Hauptsache Musik

Mutter - Hauptsache Musik

Redaktionswertung: 
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Verfilmte Rockgeschichte

Die O-Ton-Geber von Françoise Cactus bis Jochen Distelmeyer sind sich einig: Etwas wie Mutter gab und gibt es selten, wird es selten geben. Antonia Ganz` Berlinale-Beitrag "Wir waren niemals hier" betrachtet Schaffen und Wirkung einer Ausnahmeband.

Mutter schreiben ihre ganz eigene Rockgeschichte. Wirklich bemerkt werden sie dabei von wenigen, doch deren Verehrung sitzt tief und ist absolut. 1986 aus der Noisepunkgruppe Camping Sex hervorgegangen, zerrüttet die Band seit ihrem einprägsam betitelten Debüt "Ich schäme mich Gedanken zu haben die andere Menschen in ihrer Würde verletzen" ihrem Publikum mit Wucht die Seele. Mutters Rockmusik beschreibt kathartische Schleifen, in Texten tun sich Abgründe auf, Glück wird nur geahnt, Verdorbenheit ist allgegenwärtig. Mit "Wir waren niemals hier" dokumentiert Antonia Ganz das Leben dieser Band, die sich stets so konsequent wie sorglos allen Businessregeln verweigerte. Privates Bildmaterial, Interviews mit Bandmitgliedern, Freunden und Begleitern und Konzertmitschnitte zeichnen ein intimes und umfassendes Portrait einer Ausnahmeerscheinung der speziell deutschen Musiklandschaft und der Welt, in der sie sich bis heute bewegt. Mal freundschaftlich nah, mal fast überbetont unbeteiligt fragt und zeigt Ganz` Dokumentation, wie Mutter so umwerfend und ergreifend sein und gleichzeitig so unbemerkt bleiben konnten. "In ihren Augen ist nichts mehr", auch im Film zu hören, stammt vom trägen, schweren Debüt der Band, mit dem sie Sound und Strukturen definierten, die bei allen Ausflügen und Experimenten immer Merkmal Mutters sein sollten. Sie mögen alles umwerfen, mit der Ruhe flirten, nach außen oder innen blicken – Mutter bleiben sie immer. Der Dokumentarfilm "Wir Waren Niemals Hier" wurde im Rahmen der 55. Berlinale uraufgeführt. Wir empfehlen, bei Gelegenheit die Glegenheit wahrzunehmen. (sc)

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