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Nick Cave - Skeleton Tree Album 2016

Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree

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Freier Fall

Den tragischen Tod seines Sohnes Arthur im vergangenen Jahr hat Nick Cave kreativ verarbeitet. Sein neues Album "Skeleton Tree" wurde am 8. September 2016 in ausgewählten Kinos im Rahmen der Dokumentation "One More Time With Feeling" vorgestellt. Er zeigt einen gebrochenen Mann, der um Worte und um Songs ringt. Nun erscheint der Film auf DVD.


Es gibt eine Szene in der Dokumentation zum neuen Album, wo sich Cave und Regisseur Andrew Dominik gegenübersitzen und sich gegenseitig eingestehen, keine Ahnung zu haben, warum sie diesen Film überhaupt machen. Auch als Zuschauer fragt man sich immer wieder: warum muss man sich über eineinhalb Stunden das Leiden eines Vaters ansehen, der um sein Kind trauert. Und warum tut er sich das an, die Kamera so nah an sich und seine Familie heranzulassen in so einem Moment?

Niemand von uns kann sich annähernd vorstellen, wie es ist, ein Kind zu verlieren. Nick Caves Sohn Arthur war bei einem Unfall im vergangenen Jahr offenbar im LSD-Rausch von einer Klippe in Brighton gestürzt. Er war erst 15 Jahre alt. 

Dass Nick Cave, der sich seitdem aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, dieses Jahr schon ein Album veröffentlicht, grenzt also an ein Wunder. Und ist der eisernen Disziplin geschuldet, der sich der ehemalige Junkie seit vielen Jahren unterworfen hat, um sich voll und ganz auf seine Kunst fokussieren zu können.

Immer wieder betont er, dass dieses Trauma seine Kreativität und seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen getötet habe und so sieht man im Film einen Nick Cave, der hauptsächlich unzusammenhängende Satzfetzen zu den hypnotischen Klängen seines musikalischen Partners Warren Ellis ins Mikrofon spricht, singt, wimmert. 

Er ringt um seine Stimme. "With my voice I am calling you" singt Cave im berührendsten Song des Albums "Jesus Alone". Auch Songs wie "Girl in Amber" oder der Titelsong "Skeleton Tree" lassen die Qualitäten des Songwriters Nick Cave durchscheinen, doch sie bleiben im Vergleich zu seinem bisherigen Werk seltsam starr und gefangen in sich selbst. Die Athmosphäre auf "Skeleton Tree" ist durchgehend beklemmend und in Moll gehalten, die Stimme brüchig, fast schon abwesend. Früher hätte er so ein ungeschliffenes Album nie veröffentlicht, erklärt Cave ganz offen. 

Nein, es ist nicht das beste, vielleicht ist es sogar das im wahrsten Sinne des Wortes, schwächste Album, das Nick Cave im Lauf seiner langen Karriere veröffentlicht hat. Aber das ist egal. Es ist ein Album, bei dem sich alles um den Tod eines geliebten Menschen kreist und doch Abstand davon sucht. Dessen größter Wert wohl darin besteht, dass er und seine ihm eng verbundenen Mitstreiter der Bad Seeds das Unfassbare kreativ suchend verarbeiten konnten. Dass Cave diese Songs jemals in sein Live-Repertoire aufnehmen wird, darf getrost bezweifelt werden. Und auch das spielt keine Rolle. 

Der Film wurde wohl auch deshalb produziert, um bohrende Fragen der Presse abzuwehren. Mit dem Film sollten alle Fragen zu diesem Thema beantwortet sein. Im Trailer spricht Nick Cave, der sein Privatleben bisher aus der Öffentlichkeit heraus hielt, erstmals öffentlich über den Unfall seines Sohnes. Auch seine Frau Susie kommt im Film zu Wort.

Der berührendste Moment von "One More Time With Feeling" ist jedoch der Abspann, in dem Caves Söhne, die Zwillinge Arthur und Earl herrlich schief den Song "Deep Water" von Marianne Faithfull zur Klavierbegleitung ihres Vaters singen:

"I'm walking through deep water
Nearer to the sea
I'm asking the deep water
Don't take my love from me"
(Marianne Faithfull - Deep Water)

Download & Stream: 

Alben

Push the Sky Away

Nick Cave & The Bad Seeds - Push the Sky Away

Redaktionswertung: 
schlimm
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Nach eigenen Regeln
Nach den krachigen Grinderman-Alben hat Nick Cave wieder seine Bad Seeds zusammengetrommelt. „Push The Sky Away“ ist ihr 15. Album und bietet wieder alles, was man am Cave'schen Universum schätzt: Morbide Balladen, Sehnsucht, menschliche Abgründe und einen signifikanten Sound.

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