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White Hats

Niobe - White Hats

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Die Harmonie vor der Zerstörung

Dekonstruktion als Mittel für Neues – die Kölner Musikerin Niobe hat seit jeher keine leichte Kost serviert. Doch genau durch diese Unangepasstheit und Wildheit wusste sie zu faszinieren. Ihr neues Album schlägt überraschend eingängige Töne an.

Von künstlerischer Stagnation und Bequemlichkeit will Yvonne Cornelius aka Niobe nichts wissen. Nach vier Platten ist ihr zwar ein sehr eigener Stil zuzuschreiben, doch direkt zu fassen ist er nicht. Sprich: einem Chamäleon ähnlich wandelt Niobe ihre Erscheinung, variiert unaufhörlich den Sound und reizt regelmäßig die Grenzen der konventionellen E- und U-Musik aus. Wirkten die Stücke der ersten drei Alben zerrissen und schwer zugänglich, geprägt durch eine Vielzahl verschiedener stilistischer Fragmente – von Jazz über Elektronika bis Micro-Pop – so erstaunt das vierte Album „White Hats“ mit vielschichtigen, fragil in Stimme und Songwriting arrangierten Pop-Songs mit Avantgarde-Attitüde. Romantische Geschichten aus den verschneiten Alpen ziehen sich als roter Faden durch und werden von der sanft-sirenenhaften Stimme vorgetragen, die auch auf dem letzten Mouse-on-Mars-Album zu hören war. Dieses Album stellt eine Vorstufe zu den bisherigen Alben dar, meint Niobe. Das heißt zuerst entstanden bisher solche melancholisch-eingängige Perlen, die später aus purer Neugier und Experimentierfreudigkeit zersetzt wurden. Dass sie nun unangetastet bleiben, kann daher als Vor- und Rückschritt zugleich gesehen werden. Die besetzte Nische zwischen Avantgarde und Pop dürfte Niobe jedoch zweifellos behalten. Der Album-Opener „Give All To Love“ gewährt erste Eindrücke. (jw)

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