Nevermind

Nirvana - Nevermind

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25 Jahre Nevermind

Vor 25 Jahren erschien das wegweisende Album "Nevermind" von Nirvana. Wir schauen zurück auf eine der aufregendsten Zeiten der jüngeren Musikgeschichte. 

Ich erinnere mich noch ganz genau, wann ich "Smells Like Teen Spirit" zum ersten Mal hörte. Es war im Freiburger Punkclub "Crash", das eines Abends zwischen hartem HipHop von Public Enemy und "Enter Sandman" von Metallica einen Song auf Anschlag spielte, der mit einer außergewöhnlich ruhigen Strophe die Aufmerksamkeit auf sich zog und einen im Refrain plötzlich wegpustete. So einen krassen Wechsel zwischen leise und laut hatte man bis dahin noch nicht gehört und es war auf Anhieb klar, dass dieser Song Musikgeschichte schreiben würde. 

Ein halbes Jahr später war der Song überall im Radio und machte harte Rockmusik massentauglich. Aber wie kam es überhaupt dazu? Es haben wohl viele Zufälle mitgespielt, denn Nirvana waren vorher eine leidlich erfolgreiche Punkrockband aus Seattle, deren Songs ziemlich lärmig und so ziemlich genau das Gegenteil von Mainstream waren. 

Kim Gordon von Sonic Youth empfahl die Band ihrem Label Geffen Records und dank des prominenten Fans - Sonic Youth waren damals die erfolgreichste Alternative Rock Band überhaupt - erhielten Nirvana einen Plattenvertrag und das Label kümmerte sich um einen Produzenten, der ihre ziemlich schäbigen Demos im Studio professionell aufnehmen sollte. 

Zu der Zeit hörte Cobain hauptsächlich Musik von R.E.M. und den Pixies und wollte seine eigene Musik melodiöser und weniger lärmig gestalten. Die Wahl fiel auf Butch Vig, der bereits zuvor einige Platten produziert hatte, die Cobain gefielen. 

Vig hörte das Demo von "Smells Like Teen Spirit" und arrangierte den Song zusammen mit der Band komplett neu. Er sorgte dafür, dass die Band in der Strophe ganz ruhig spielte und aus "Hello, hello..." die Bridge zum Refrain wurde. Er nahm das Album gemeinsam mit der Band auf, aber am Ende gerieten sie unter Zeitdruck und waren unglücklich mit den ersten Mixen und so wurde schließlich der Mixer von Slayer, Andy Wallace, damit beauftragt, das Album final abzumischen.

Später zeigte sich Cobain extrem unglücklich über den zu glatten Sound des Albums, ja er fand es sogar "peinlich", weil das Album mehr nach Mötley Crüe als nach Punkrock klinge. Tatsächlich wurde bei "Nevermind" viel im Studio nachgeholfen, die Gitarren und Stimmen wurden gedoppelt, um die Songs fetter klingen zu lassen. Cobain hatte nach Aussage von Vig wenig Lust, seine Songs mehrfach einzuspielen und einzusingen und musste immer lange dazu ermuntert werden. Wäre es nach ihm gegangen, hätten sie wesentlich rotziger und dreckiger und mehr wie Live-Aufnahmen geklungen. Die Produzenten legten letztlich einfach mehrere Takes übereinander und kreierten damit diesen unerhört fetten Sound, der die Rockmusik nach "Nevermind" prägen sollte.

So ist es letztlich der Kombination aus dem Songwriting von Cobain, dem Gespür von Vig und dem letzten Schliff von Wallace zu verdanken, dass "Nevermind" den Nerv der Zeit genau traf. Viele der Songs von "Nevermind" sind Ikonen der Rockgeschichte, aber "Smells Like Teen Spirit" ist vielleicht der letzte große Rocksong der Geschichte und bis heute unerreicht. 

"Nevermind" erschien am 24. September 1991, zwei Wochen nach der ersten Single "Smells Like Teen Spirit". Das Album erreichte zunächst nur Platz 144 der Billboard Charts, verbreitete sich aber dann wie ein Lauffeuer, nicht zuletzt dank des kongenialen Videos, das MTV auf Heavy Rotation spielte. Erst am 11. Januar 1992 belegte es erstmals Platz 1 der Charts und stieß Michael Jacksons "Dangerous" vom Thron, verkaufte sich bis heute über 31 Millionen Mal. Und der Rest ist Musikgeschichte.

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