Das Gesicht

NMFarner - Das Gesicht

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Authentische Berliner Schnauze

Ein Trio aus der Hauptstadt zeigt Gesicht. Kein „Hab-mich-lieb“-Deutschpop und kein hedonistischer Elektroclash, sondern mit Pop-Anarchie und Disko-Punk artikulieren NMFarner ihr existentielles Unbehagen.

Nachdem man vor zwei Jahren mit „Die Stadt“ zum ersten Mal in dieser Formation auf sich aufmerksam machte, ist nun das zweite Album von Masha Qrella, Norman Nitzsche und Chrigel Farner erschienen. Da horcht man auf und sortiert im Kopf wieder schnell die diversen Haupt- wie Nebenbeschäftigungen der Drei: Mina, Contriva, Komeit, Knarf Rellöm und wie sie alle heißen. „Das Gesicht“ markiert zwar keinen Quantensprung zu seinem Vorgänger, weiß aber auf eine erfrischend freche Art zu überzeugen. Flott, beatig, rotzig und irgendwie den Aufstand fordernd. Alles ist erlaubt. Mal eine deutsch-, mal eine englischsprachige Berliner Schnauze, die in ihrer Anlage hier und da an Brüllen oder Kolossale Jugend erinnert. Aber wie gesagt: Alles ist erlaubt. Insbesondere dann, wenn es um die Artikulation der wichtigen Dinge geht, die auf der Zunge und im Magen liegen und deshalb ohne großartiges Sinnieren und Formulieren heraus gehauen werden. Dies schien auch schon den Herren Interpol zu gefallen, so dass sie die drei Berliner letztes Jahr zu zwei gemeinsamen Konzerten einluden. Man muss daraus keinen Hehl machen: die Anfänge dieser Art von Musik liegen schon ein paar Jahrzehnte zurück. Aber das hier ist frech. Es ist authentisch. Es hat Gesicht. (bb)

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