Album

Infinite Summer

NZCA LINES - Infinite Summer

Redaktionswertung: 
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Zwei Welten

Nach ihrem gleichnamigen Debüt holten sich NZCA LINES für ihren Nachfolger "Infinite Summer" Unterstützung von Ex-Ash-Gitarrristin Charlotte Hatherley und Drummerin Sarah Jones. Letztere schlug bereits für Hot Chip auf die Felle, weiß also mit synth-geschwängerten Pop-Sounds wunderbar umzugehen. Und Band-Gründer Michael Lovett sowieso.

"How Long Does It Take For You To Fall In Love?" fragen NZCA LINES auf "How Long Does It Take". Ziemlich genau fünf Sekunden, würde ich sagen...

Genau nach dieser Dauer beginnen Streicher, das auf französisch gehaltene Intro des Albums, "Approach", dramatisch-schön zu vertonen. Es wird also schon mal eine ordentliche, audiovisuelle Grundstimmung geschaffen. Im Idealfall weiß der sprachkundige Hörer, was da gerade passiert und wo man sich, zumindest für die Dauer der nächsten elf Songs, befinden soll.

Michael Lovett erklärt seine Vision folgendermaßen: Ausgangspunkt des Albums sei die fiktive Stadt "Cairo-Athens", ein apokalyptischer Zukunftsort, in dem die Menschen trotz Zerstörung und potenziell herannahendem Untergang jeden Tag einen wortwörtlichen Feiertag verleben. Das heißt nicht nur drei Tage wach, sondern Party ohne Ende.

Klingt ganz gut. Und noch besser klingt der Soundtrack zu dieser nimmerendenen Sause. Aber Obacht! Eine Ausnahme hat sich eingeschlichen: die musikalische, eintönig-nervige Widmung "Jessica". Naja, was soll's, auf jeder Party muss es mindestens einen Rausschmeißer-Song geben.

Lovett kreiert eine Welt, in der sich Science Fiction und Emotionen wunderbar ineinanderfügen. Letztere sind häufig dunkel angehaucht und geben einen Einblick in das Gefühlsleben Lovetts. Viele Fragen, die offen bleiben, werden da gestellt: "Are You Ready now? Do You Really Want The Night To End? Do You Really Want It All To Change?" ("Persephone Dreams"), "Tell Me, What Could Be Different? How Are We To Know It?" ("Chemical Is Obvious"), "Is This What You Want?" ("Sunlight"), "How Long Will We Wait For A Minute Before It's Lost" ("The World You Have Made For Us")

Glücklicherweise kann der Mann guten Pop und weiß persönliche Leiden gut zu verpacken. So pumpt beispielsweise der Tanz-Kracher "Two Hearts" seine eingängige Melodie sowie die stampfenden Beats direkt in Ohren und Beine und nur bedingt ins Hirn.

Wie gut, dass es da noch eine Person gibt, die eindringlich von zwei Herzen singt - denn zusammenfassen können das Album die Worte der weisen Ms. Minogue wohl am besten: "Two Hearts Are Beating Together. I'm In Love, Uhhhhh!"

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