Das Gespenst von Canterville

Oscar Wilde - Das Gespenst von Canterville

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Gruselgeschichte, Märchen und Satire
Jedes Kind weiß, daß es auf Schloß Canterville spukt - doch an sowas glaubt die aufgeklärte amerikanische Familie Otis natürlich nicht. Nach ihrem Einzug werden die Otis` eines Besseren belehrt, was aber erstmal schlecht für das Gespenst ausgeht!

Die Amerikaner treffen auf den Geist von Sir Simon de Canterville, vom eigenen Vater 1634 eingemauert wegen Feigheit, der pflichtschuldigst versucht, die neuen Schlossbewohner zu Tode zu erschrecken. Darauf reagieren vor allem die Kinder mit nur mit Gelächter, was das alte Gespenst schier zur Verzweiflung treibt. Sir Simon spukt, was das Zeug hält – und erntet nichts als böse Streiche, die ihm selbst gespielt werden! Bewaffnet mit Bettlaken und Gasmasken jagen die Otis-Kinder bald ihm einen gehörigen Schrecken ein. Schließlich erbarmt sich aber die empfindsame Tochter Virginia des am Boden zerstörten, traurigen und einsamen Gespenstes und versucht, ihn zu erlösen. Denn das kann, wie es sich für ein echtes Märchen gehört, nur eine Frau.

Man kann diese Geschichte seinen Kindern vorspielen und wird dabei selbst ins Grübeln kommen, denn es gibt hochgradige Poesie und tiefsinnig-ironische Lebensweisheiten beinahe überall zu bewundern. Ganz nebenbei wird noch ein Arsenal an amerikanischen und britischen Charakteristika vom Genie des sprachlichen Sarkasmus Oscar Wilde genüßlich durch den Kakao gezogen. Hören Sie in unserem Hörbeispiel den Anfang der ganzen Geschichte.

Oscar Wilde wurde 1854 in Dublin geboren. Schon während seiner Studienzeit in Oxford erregte er großes Aufsehen durch große Intelligenz, überragende Leistungen und einen fast schon tödlichen Wortwitz, wie man ihn seit Cyrano de Bergerac nicht mehr erlebt hatte. Schon damals betrieb er um sich einen raffinierten und sublimen Schönheitskult, den er später in London zur Quintessenz des Dandys weiterentwickeln sollte. Durch Witz und intellektuellen Charme avancierte er zum Liebling der Londoner Gesellschaft und feierte mit virtuosen, entlarvenden und umwerfend amüsanten Gesellschaftskomödien wie "The Importance of Being Earnest" rauschende Erfolge. Aber Wilde schrieb auch wunderschöne Kunstmärchen, Gedichte und brillante Essays.

Das ging so weiter bis seine nur halbverdeckt gelebte Homosexualität ihn in einen infernalisch prüden Malstrom aus Diffamierungen und Scherereien stürzte. 1895 wurde er angeklagt und nach einem spektakulären Prozess zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er sich nie mehr erholte. Er starb am 30. November 1900 in Paris.

1 CD, ca. 76 Minuten

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