Rub

Peaches - Rub

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Rubbel den Pfirsich

Wie oft kann man körperliche Geschlechtsmerkmale in elf Songs unterbringen? Ziemlich oft. Auf der aktuellen Platte "Rub" veranstaltet Peaches das, was sie am besten kann: ganz viel Peaches.

"Come with me, you know me, feel free, peachy." Diese Zeilen stammen aus dem Titelsong zum aktuellsten Peaches-Werk "Rub" und treffender könnte man das Album gar nicht beschreiben. Sex, das Spiel mit Geschlechter-Konventionen, Politik - bekannte Themen im bekannten Mix aus Elektro-, Hip Hop und punk'esquen-Beats. Wer Musik von Peaches kauft, weiß eben was drin ist.

"Rub" entstand überwiegend in Los Angeles, in Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Partner Vice Cooler. Und wie immer bar jedweder Vorschriften und Zensurängste - offen, direkt und wütend. Unter anderem gibt es dieses Mal Kollaborationen mit ihren Kumpelinen Leslie Feist und Kim Gordon (Sonic Youth). Erstere unterstützte bereits den Song "Give 'er" auf "Impeach My Bush".

Tja nun, Texte hat sie geschrieben. "Can't Talk Right Now, This Chicks Dick Is In My Mouth" ("Rub") zum Beispiel. Den Grund für die Sprechsperre sieht man dann eindrucksvoll bebildert im aktuellen Musikvideo. Regie? Klar, Peaches. Von O-Tönen wie "genau das braucht die Welt", "eklig", "verrückt" oder "hehe, geil" ist an Reaktionen auf das (nicht jugendfreie) Regiewerk Peaches' alles dabei.

Während die elektronische Musikszene derzeit eher durch Welt- und Realitätsflucht auffällt, haben ihre politischen Botschaften nicht an Brisanz und gesellschaftlicher Relevanz verloren. Merrill Misker a.k.a. Peaches weiß, wie Provokation funktioniert. Und Misker weiß, dass sie gerade heute noch wunderbar funktioniert.

Musikalisch lässt sie dabei den Sound der frühen 00er Jahre wieder aufleben, als Acts wie Fischerspooner, Adult, Miss Kittin & The Hacker, Tiga und Peaches selbst die Clubs mit ihrem unterkühlten Electropunk überschwemmten.

Die Songs sind nicht übermäßig einfallsreich, brennen sich allerding mit ihren Hooklines ins Ohr. Da kann man schon mal leise "Dick In The Air, Let Me See You Put Your Dick In The Air, Dick, Dick" ("Dick In The Air") mitsingen und den Kopf nicken. Aber obacht in großen Menschenmengen. Oder auch nicht. Ganz im Sinne der Kanadierin. Feel free. Peachy.

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