Super

Pet Shop Boys - Super

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Es ist wissenschaftlich belegt, dass man sich im Alter nach dem Klang seiner Jugend zurück sehnt. Der Zeit als alles neu, aufregend und so intensiv war. Auch die Pet Shop Boys feiern auf "Super" die eigene Vergangenheit. 

Bereits auf der ersten Single "Pop Kids" singt Neil Tennant autobiografisch von den Anfängen seiner Band in der Clubszene Londons und seine Faszination für die schillernde Popwelt. Tennant (61) und Lowe (57) haben sich diesmal Produzent Stuart Price ins Studio geholt, der auch schon mit Madonna gearbeitet hatte, um ihren typischen Synthie-Sound zeitgemäß für den Club aufzumotzen. Und das stellt sich am Ende als Problem heraus.

Price nimmt mit seinem Powerplay die typische Luftigkeit aus den Songs der Pet Shop Boys. Schwer pumpende Songs wie "Happiness", "Inner Sanctum" oder "Groove" wollen unbedingt in den EDM-Clubs dieser Welt gespielt werden und diese Anbiederung wirkt manchmal aufgesetzt und unangemessen wie der ewige Jugendwahn von Popdiva Madonna. Wo ist nur diese elegante Lässigkeit hin?

Eigentlich haben die Pet Shop Boys in den letzten 30 Jahren immer wieder den gleichen Song in unterschiedlichen Variationen veröffentlicht. Dafür haben sie ihre Fans innig geliebt und alle anderen gehasst. Das ist auch 2016 nicht viel anders, nur dass es inzwischen etwas abgenutzt und bemüht wirkt, wenn die beiden rüstigen Pop Opas versuchen, ihre Jugend noch einmal auferstehen zu lassen. Das gelingt nämlich schlichtweg nie.

Es gibt Dinge, die sind und bleiben ewig der Jugend vorbehalten und dazu zählt zum Beispiel die totale Hingabe an unwichtige Dinge wie Popmusik. Man nimmt es zwei Herren im besten Alter heute einfach nicht mehr ab, die coolsten Kids auf dem Dancefloor zu sein. Die coolen Kids von heute hören HipHop und keinen 80er-Pop. Es ist kein Problem und wahrscheinlich ganz normal, dass man den Klang der eigenen Jugend nie vergisst. Aber es ist halt auch ein bisschen langweilig, wenn man die Erinnerung daran auf Platte presst. Das gilt für die Puhdys wie für die Pet Shop Boys.

"Super" ist nicht "super", aber auch nicht richtig schlecht. Es sind sogar wieder ein paar ganz eingängige Nummern drauf ("The Pop Kids", "Untertow", "Sad Robot World", "Burn"). Wir empfehlen trotzdem, auf die reichlich vorhandenen Hits der Pet Shop Boys zurück zu greifen, wo noch dieser jugendliche Leichtsinn, diese Unbeschwertheit und dieses typisch britische Understatement zu hören ist, das "Super" leider abgeht.

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