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Robert Schumann/ Robert Volkmann: Cello Concertos

Peter Bruns - Robert Schumann/ Robert Volkmann: Cello Concertos

Komponist: 
Robert Schumann
Interpret: 
Peter Bruns, Violoncello
Dirigent: 
Jürgen Bruns
Ensemble: 
Mendelssohn Kammerorchester Leipzig
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Dem Wahnsinn nahe

Robert Schumann Cellokonzert ist das letzte bedeutende Werk, mit dem sich der Komponist, unmittelbar ehe ihn der Wahnsinn übermannte, auseinandergesetzt hat. Das hört man dem Werk durchaus an.

2010 ist ein Robert Schumann-Jahr, am 8. Juni wurde der 200. Geburtstag dieses Komponisten begangen, der wie kein zweiter für Aufruhr, Empfindsamkeit und Leidenschaft des Sturm und Drang, aber auch für die Tragik steht, die viele romantische Meisterwerke ebenso durchweht wie die Vita ihrer Schöpfer.

Leonard Bernstein hat einmal gesagt, wer Schumann richtig interpretieren wolle, der müsse das im Dunkeln flackernde Licht des Wahnsinns hinter seiner hymnischen Romantik zum Klingen bringen. Schumanns von 1810 bis 1856 andauerndes Lebensgeschichte stützt diesen Ansatz, denn Schumann, der ohnehin zeitlebens manisch-depressiv gefährdet war, führte gegen die hirnschädigenden Spätfolgen einer Syphillisinfektion einen jahrelangen und letztlich erfolglosen Kampf, an dessen Ende Wahnsinn und geistige umnachtung auf ihn warteten.

Die vorliegende Interpretation des deutschen Cellisten Peter Bruns verwirklicht den Bernsteinschen Ansatz zumindest teilweise. Obgleich hier nicht wirklicher Wahnsinn durchscheint, ist seine Lesart doch heiser und hitzig genug geraten, um Schumann, den Zerrissenen und Getriebenen, in der Musik herauszumeißeln.

Die Vollendung von Robert Schumanns Violinkonzert a-moll, dessen letzter Satz unser Hörbeispiel bildet, fällt mit dem Einsetzen der letzten und schwersten Phase seiner Erkrankung zusammen, die schließlich zum Tode führte. Sein Selbstmordversuch am 27. Februar 1854 verhinderte die Uraufführung. Schumann, der in Düsseldorf in den eiskalten Rhein gesprungen war, ließ sich daraufhin selbst in eine Nervenheilanstalt einweisen, in der er zwei jahre später umnachtet verschied.

1 CD, ca. 70 Minuten

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