Sibelius: Symphonies Nos. 1 and 3

Pietari Inkinen - Sibelius: Symphonies Nos. 1 and 3

Label: 
Komponist: 
Jean Sibelius
Interpret: 
Pietrari Inkinen
Ensemble: 
New Zealand Symphony Orchestra
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Nordische Wintermelancholie

Keines anderen Komponisten Musik klingt wie der Nach-Romantiker Jean Sibelius. Unsere Vorstellung von Sibelius’ Symphonie Nr. 3 bietet nun die Gelegenheit, einen der schönsten orchestralen Sätze des 20. Jahrhunderts kennen zu lernen.

Andantino con moto, quasi allegretto, der über weite Strecken wie ein geträumter Walzer wirkende Mittelsatz aus Sibelius’ Dritter, der unser Hörbeispiel bildet, liefert den idealen Soundtrack, um in schneeverhangene Landschaften hinauszublicken oder einen langsamen Sonnenuntergang zu beobachten und dabei seinen Gedanken nachzuhängen.

Sobald man sich an dem wunderschönen Thema satt gehört hat, verdient die sehr poetische und elegante Weise, auf die es der Komponist versteht, den auf das Walzerthema und seine Durchführung folgenden und mit der Auflösung dieser Melodie beschäftigten Mittelteil - etwa ab Minute 7 - wieder auf das Eingangsmaterial zurückzuführen, besondere Beachtung. Der Satz endet wie er begonnen hat: Mit der puren Poesie dieses getragenen Walzers.

Pietari Inkinen, der finnisch gebürtige Dirigent der vorliegenden Aufnahme, ist gerade erst 30 Jahre alt geworden und steht bereits regelmäßig am Pult mehrerer internationaler Spitzenorchester. In der Stilsicherheit, mit der Inkinen eine gewisse, für Sibelius unerlässliche Nüchternheit wahrt, zugleich aber die Zügel locker genug läßt, damit die extrem jungen Musiker des New Zealand Symphony Orchestra, dem Inkinen seit drei Jahren vorsteht, die ganze Intensität dieses Komponisten ausleben können, deutet sich ein sehr guter, vielleicht irgendwann sogar großer Musiker an.

Jean Sibelius’ Symphonie Nr. 3 C-Dur op. 39, die zwischen 1904 und 1907 entstanden ist, teilt die Entwicklung des finnischen Nationalkomponisten als Symphoniker in zwei Abschnitte: War Sibelius in seinen ersten beiden Symphonien noch ganz der glühende, wenn auch herb eingefärbte Romantiker, so beginnt der 1865 geborene und 1957 gestorbene Komponist mit seiner dritten Symphonie die Hinwendung zu viel strengeren, wenn man so will klassizistischeren, Ausdrucksformen - vermutlich als Reaktion auf verschiedene Strömungen der hereinbrechenden Moderne.

Meistens ist Klassizismus ja langweilig. Sibelius’ Musik konnte dieser Falle jedoch auf wunderbare Weise entgehen, weil ihr Schöpfer ein vollkommen origineller Geist mit ganz eigenen und auch eigen-artigen Schöpfungen gewesen ist. Musik von Sibelius ist immer unverkennbar Sibelius, nichts und niemand klingt wie er, weder davor noch danach.

1 CD, ca. 74 Minuten

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