In The Pines

In The Pines - In The Pines

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Unterwasser-Mollton
Sechs Köpfe, ähnlich viele Stimmen, zwölf Hände, diverses Instrumentarium und unzählige Ideen bleiben in ihrer Gesamtheit bei einer einheitlichen Stimmung: warme Düsternis voll herbstlich aufblühender Herzlichkeit.

Aus Kansas City kommt dieses unstylische Misch-Sextett. Zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, eine Violine, eine Bratsche, ein Harmonium und geballt geschichtete Stimmgewalt kreieren ein Meer aus Atmosphäre und Getragenheit. Stimmen und Gefiedel brauchen an der einen oder anderen Stelle ihre Eingewöhnungsphase, überwältigen dann aber umso gewaltiger. Durch ihre Tiefe, ihre Mehrschichtigkeit, ihre Vielseitigkeit. Ein Debüt, das dicht ist, dabei aber mit Offenheit und Leichtigkeit im Dunklen spielt.

Das selbstbetitelte Werk von In The Pines pflanzt sich im Rahmen seines Spiels zwischen die Trauerweiden von Songs:Ohia, Tarentel, Audrey und The Sonora Pine. Und dieser Platz passt wie angegossen, denn dort kann dieses Gewächs gedeihen. Dort kann dieses sechsköpfige, behäbige Monstrum seine Leichtigkeiten ausspielen. Wenn es jene Schublade noch nicht gibt, dann sollte sie für den Platz, an dem In The Pines aufblühen, geschaffen werden: Unterwasser-Mollton. Zu verstehen, als das Gegenteil von blühenden Frühlingsgefühlen. Schön.

Björn Bauermeister / Tonspion.de
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