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Silent Movie

Quiet Village - Silent Movie

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Film ohne Worte

Es hilft nichts, am Anfang dieses Textes muss wieder einmal die oft bemühte: "Was passiert eigentlich wenn..."-Frage gestellt werden. "Absolut Bemerkenswertes", wenn ein Techno-DJ mit starkem Hang zum verdrogten Endlos-Remix mit einem ehemaligen Cutter gemeinsame Sache macht.

Das Meer rauscht, die Möwen kreischen: "Silent Movie" beginnt wie der Chill-Out-Alptraum schlechthin. Kaum ein Genre wurde im letzten Jahrzehnt so in Misskredit gebracht wie Chill-Out. Früher gab es auf jeder anständigen Party dafür einen eigenen Floor und man wäre inzwischen angesichts des Nonstop-Geballers vieler Clubnächte froh über eine Rückzugsmöglichkeit für Auge und Ohr. Zumal Quiet Village Musik machen, die unter Chill-Out eben nicht die Bemühung der immer gleichen Versatzstücke aus blubbernden Bässen, lässiger Percussion und Strandatmosphäre versteht.

"Silent Movie" ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Film ohne Worte, in dem die beiden Sample-Nerds Matt Edwards (alias Radioslave, DJ und endloser Remixer) und Joel Martin in aller Seelenruhe ein Panorama nach dem anderen auf die Leinwand werfen. Natürlich sind ihre Kompositionen smooth, das heißt aber noch lange nicht, dass sie deshalb glatt oder beliebig wären. Wer hier genau hinhört wird mit einer Platte belohnt, deren Halbwertszeit höher liegt als die des kompletten Jahresausstoßes der Chill-Out- und Lounge-Industrie. In diesem Sinne: Kopfhörer und Lauscher auf!

Florian Schneider / Tonspion.de

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