In Rainbows

Radiohead - In Rainbows

Redaktionswertung: 
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Zurück zur Musik
Es ist vielleicht nicht ihr bestes Album. Und sie haben auch nicht das Musikgeschäft revolutioniert. Aber mit "In Rainbows" haben Radiohead in diesem Jahr ein deutliches Zeichen dafür gesetzt, dass man mit kreativen Ideen im Internetzeitalter einiges bewegen kann - oder muss. Ohne Frage: unser MP3 des Jahres 2007.

Ja, sie haben es getan. Innerhalb weniger Tage lag ihr neues Album zum Selbstbestimmungs-Preis für jedermann abholbereit im Netz. Aber wie ist denn eigentlich das, was so viel Tohuwabohu verursachte, geworden?

Kurz gesagt: „In Rainbows“ macht es dem Hörer nicht leicht, wenngleich es doch vielleicht das eingängigste Album der Briten seit "OK Computer" ist. Jedes ihrer vorangegangenen Alben blitzt hier und da mal in verschiedenen Farben auf: manisch Verrücktes, tiefste Traurigkeiten, die verschrobensten Nebensächlichkeiten und die ureigensten Soundlandschaften vereinen sich auf der für Radiohead denkbar höchsten Zugänglichkeits-Stufe. Genau das macht es dem geneigten Hörer deshalb auch nicht gerade einfach, ist diese Öffnung doch großer Fortschritt und kleines Manko zugleich.

Ihr siebtes Studioalbum erstrahlt zu großen Teilen in einer für die Band ungewöhnlichen Einfachheit und lässt so in einigen Momenten das kleine Bisschen Mehr, das sie stets besonders machte, vermissen („Faust Arp“ oder „House Of Cards“). Aber ihre tiefgehende Vielschichtigkeit und unverkennbaren Unnachahmlichkeiten sind nichtsdestotrotz deutlich in der Überzahl, wie „Nude“ - eine Songidee, die nach einer Dekade ihre nunmehr umwerfende Form gefunden hat -, „All I Need“, „Weird Fishes/Arpeggi“ und „Videotape“ eindrücklich erkennen lassen. Und noch mehr denn je ist es der Gesang von Thom Yorke, der jedes der zehn Stücke auf seine ganz besondere Art zu einem fesselnden Erlebnis und einem großen Album macht.

Nach all dem Wirbel sollte sich der Blick für das Wesentliche also wieder geschärft haben: denn ganz gleich ob das Ganze nun eine Revolution der Musikbranche nach sich zieht oder nicht, die Historie ist in jedem Fall um ein mit winzigen Abstrichen herausragendes Album aus dem Hause Radiohead reicher. Und nur darum sollte es sich im Grunde ja drehen.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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