The Seventh Seal

Rakim - The Seventh Seal

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Eine Legende kämpft um die Identität

Was hat man im vergangenen Jahrzehnt nicht alles versucht, um vom staubigen Boombap der 90er Jahre los zu kommen? Dabei war 2009 das Jahr der Rückkehr der Legenden im Hip Hop. Auch die Inkarnation des echten "Emcees", Rakim, meldete sich letzten Jahres mit einem neuen Solo-Album zurück.

Dem die Nullerjahre dominierenden Gangsterrap geht langsam aber sicher die Luft aus. Rap 2009 nabelte sich entweder völlig von seinen Wurzeln ab, war dabei mal musikalisch origineller, wie bei KiD CuDi, mal an den Mainstream anbiedernd, wie bei den Black Eyed Peas, oder er kehrte mit einer ganzen Hand voll Legenden zu den Wurzeln zurück. Den Anfang machte Grandmaster Flash, es folgten KRS-One & Buckshot, Guru, Raekwon und Ende des Jahres Rakim.

"The Seventh Seal" hätte ursprünglich 2002 als "Oh, My God" auf Dr.Dres Label Aftermath erscheinen sollen, wurde mehrfach verschoben und fand erst jetzt den Weg in die Läden. Statt vom Doctor wurden die Produktionen von Nottz, Jake One und unbekannten Produzenten wie Nick Wiz beigesteuert. Die Beats sind alle gut bekömmlich und weitestgehend ohne größere Aussetzer, können aber weder Maßstäbe setzen, noch an alte Eric-B-Klassiker anschließen. Im besten Fall zeit-, im schlimmsten Fall gesichtslos.

In Sachen Flow und Gefühl für die Songs macht Rakim noch heute so schnell niemand etwas vor. Er rappt souverän wie eh und je, inhaltlich zwischen klassischen Hip-Hop-Representern und dem Lyricism, der ihn berühmt gemacht hat. Immer wieder beschwört Rakim den Geist der alten Zeit, doch so richtig will ihm das nicht gelingen. Dem MC, der wie kaum ein anderer ganze MC-Generationen geprägt hat, ist die eigene Identität abhanden gekommen: zu uncharakteristisch sind die Beats, die Verses und Hooks. Einem x-beliebigen Newcomer hätte man so ein Album sicherlich mit Freuden abgenommen, aber bei einem der größten MCs erwartet man doch etwas mehr.

2010 und alles zurück auf Anfang? Nein, dass sich die Zeit nicht zurück drehen lässt, müssen auch Legenden erkennen. Rakim gelingt weder, wie Raekwon, die originalgetreue Rückkehr zu der Musik die ihn groß gemacht hat, noch eine hörbare Weiterentwicklung. Ein ordentliches Album, leider nicht mehr.

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