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Das Artwork von "Wire" von Rhonda

Rhonda - Wire

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Drama, Baby

Schon Rhondas Debüt “Raw Love” klang wie der Soundtrack eines 60er Jahre Agentenfilms. Auf ihrer zweiten Platte “Wire” lassen sie jetzt endgültig den inneren Cineasten frei.

Der “schlichte”, soulige Gesang auf den tragenden, stimmungsgeschwängerten Instrumentals ihres Erstlings scheint Rhonda nicht mehr genug gewesen zu sein. Jedenfalls nicht mehr nachdem die Band um Sängerin Milo Milone bei einem spontanen Konzert mit dem Filmorchester Babelsberg am verführerischen Klang des Größenwahns schnuppern durfte.

Nach diesem Auftritt, so erzählt man sich, habe sich die extra Portion Pomp und die dünne, unweigerlich an Streicher gebundene Schicht Kitsch natürlich angefühlt. Plötzlich war klar, dass das musikalische Pendant eines schwarzweißen Mittelklasse-Thrillers – gespielt in klassischer Bandbesetzung – den fünf norddeutschen Musikern einfach nicht mehr reicht. Nein, da musste mehr sein. Die ganz große Bühne – nichts geringeres als der Sound von Hollywood selbst – musste hier eingefangen werden.

Und so wurde es aus dem eigentlich einmaligen Techtelmechtel mit dem Filmorchester eine Zusammenarbeit für die Platte, die der Dramatik und Düsternis zwischen den immer wieder gut hörbaren Punk-Neo-Soul Wurzeln von Rhonda in einigen der Songs ordentlich Raum verschafft.

So ambitioniert der gesamte Plan für eine Band mit gerade einmal vier Jahren Lebenserfahrung klingt, so beeindruckend ist das Ergebnis. “Wire” klingt nach tiefschwarzen Anzügen mit Fliegen, leicht aufgeheiztem Polittalk im Hotelfoyer, tiefen Dekolettés, schwerem Zigarrenrauch und immer öfter auch nach der flirrenden Spannung, die sonst nur eine am Gürtel versteckte Pistole und ein geschüttelter (nicht gerührter) Martini auslösen können.

"Wire" erscheint am 27.01.2017 auf [Pias] Germany.

Download & Stream: 

Alben

Videos

Rhonda und Akua Naru

Rhonda - Into Something Good feat. Akua Naru

Eigentlich ist Akua Naru gar nicht für Features zu begeistern, aber dem epischen 60er-Jahre-Soundtrack-Sound von Rhonda konnte die Rapperin wohl doch nicht wiederstehen. Zu unserem Glück!

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