Album

Salvador

Ricardo Villalobos - Salvador

Redaktionswertung: 
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Der frühe Villalobos

Musikalität und druckvolle Rhythmik? Ricardo Villalobos ist ein Schlitzohr, der Minimalismus mit euphorischen Emotionen anreichern kann, ohne das Trance oder Rave dabei rauskommen. Dass er Pionier darin war, zeigen seine gesammelten alten Aufnahmen.

Die Entwicklung des Lateinamerikaners hat ebenso viel Zeit und Raum in Anspruch genommen wie seine Tracks, die nicht selten über zehn Minuten lang können. Villalobos ist der After-Hour-Held, der die Monotonie so ausschmückt, dass gar nicht erst das Gefühl der Eintönigkeit aufkommt. Wenige exakt ausgesuchte und arrangierte Elemente reichen aus, um die Euphorie über eine relativ lange Zeit auf dem Dancefloor zu halten. Das ist selten und die Ansätze für diesen reduzierten Übermut waren bereits in seinen ersten Produktionen ab 1998 heraus zu hören. Damals veröffentlichte Villalobos einige EPs bei dem Frankfurter Label Frisbee Tracks, die mittlerweile längst vergriffen sind. Mit „Salvador“ kommen sie zurück in geballter Form. Acht ältere Tracks sind auf dieser Artist-Compilation vereint, die das Weitschweifige, Fesselnde und Deepe von Ricardo Villalobos aufzeigen. Zwar sind einige Tracks noch etwas rauer als aktuelle Produktionen, doch die Tiefe ist auch dort schon zu spüren. Die neu überarbeitete Version seines Hits „Que Belle Epoque“ gibt es als Free-MP3 vom Label. (jw)

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