This Ain't Chicago

Richard Sen - This Ain't Chicago

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Schmatzender Minimalismus

„This Ain't Chicago“: zwei Cds gefüllt mit zumindest Spätgeborenen nicht unbedingt geläufigen Acid-House-Tracks „Made in England“. Compiliert von DJ und Graffiti-Künstler Richard Sen geht es zurück in die späten 80er Jahre, als Großbritannien House für sich entdeckte.

Die große Popularität von Acid-House gilt als einer der Hauptauslöser für die weltweite Akzeptanz elektronischer Musik. Ein Vierteljahrhundert später sind House und Techno so allgegenwärtig, dass sie Teil des Mainstream geworden sind. Ende der 80er Jahre war Acid-House purer Underground, Parties feiert man im The Shoom“, einem ehemaligen Fitnessclub, oder in leerstehenden Lagerhäusern, während die britische Öffentlichkeit allen Ernstes über ein Verbot repetitiver Musik debattierte. Denn: In Chicago wurde Acid erfunden, aber in London wurde er zum Massen tauglichen Phänomen, mit dem man in den Charts landen konnte.

Wie spannend die Jahre zwischen 1987 und 1991 waren, weiß Richard Sen aus erster Hand. Sen war unter dem Namen Come Mitte der 80er Jahre einer der aktivsten Graffiti-Künstler Londons. Als er 1989 das zweite Mal wegen Graffiti im Gefängnis gelandet war, hängte er die Sprühdosen an den Nagel und verschrieb sich der Musik. Als Resident-DJ des „Crazy Club“ im Astoria war er dabei als A Guy Called Gerald oder Baby Ford ihre ersten Gehversuche als Produzenten machten. Schmatzende Basslines, verhallte Handclaps, düstere Flächen – auch mit 25 Jahren auf dem Buckel verfängt die rohe Kraft von Acid House. Minimalismus in Reinkultur, und trotz sattsam bekanntem Instrumentariums ein Zeugnis der erstaunlichen Kreativität der Acidhouse-Szene.


Teile diesen Beitrag:

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Tonspion Jahresrückblick 2008: Florian Schneider

Tonspion Jahresrückblick 2008: Florian Schneider

Die Jahresendabrechnung mit Cool Kids, Hauschka, Carl Craig und MGMT
Ein Jahr in sechs Songs und ein Album zu pressen, grenzt an Folter. Besonders wenn man an Entscheidungsschwäche leidet. Florian Schneiders Versuch ein Jahr in Worte zu fassen, in dem die Breite an der Spitze dichter wurde.
10. Oktober 2008: Die Alben der Woche

10. Oktober 2008: Die Alben der Woche

Mit Bushido, Metronomy, The Datsuns , Tomte, Metronomy, Bohren & Der Club Of Gore u.a.
Die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche in der kompakten Tonspion-Übersicht.

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.

* Pflichtfeld

Empfehlungen