Symphonic Syntheses by Stokowski

Richard Wagner - Symphonic Syntheses by Stokowski

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Die Quintessenz der Romantik

Leopold Stokowski: Einer der großen romantischen Dirigenten und wohl der begabteste Arrangeur, der je den Mut hatte, klassische Musik zu transkribieren. Insbesondere hatte es ihm Wagner angetan, dessen monumentale Opern er in reine Instrumentalmusik verwandelte.

Leopold Stokowski (1882-1977) arbeitete für Hollywood und führte ein Jet-Set-Leben mit zahllosen Affairen. Doch wer sich heute an ihn nur noch als Dirigent von Disneys "Fantasia" und als Liebhaber von Greta Garbo erinnert, der liegt falsch: Stokowski leitete 29 Jahre lang das Philadelphia Orchestra, das ihm seine Weltgeltung verdankt, dirigierte zahlreiche US- und Weltpremieren großer Werke der damaligen Moderne von Mahler über Sibelius bis Schostakowitsch und holte mit seinen Orchestertranskriptionen ( z.B. "Toccata und Fuge") die Musik Johann Sebastian Bachs aus ihrer damaligen Vergessenheit. Nicht umsonst würdigten ihn Glenn Gould und Sergiu Celibidache als einen der größten Dirigenten aller Zeiten.

Vor allem jedoch war und ist Stoki, dank des biblischen Alters, welches er erreichte, der Dirigent, der die romantische europäische Musiktradition aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg ins Stereozeitalter hinübergerettet hat. Was er als junger Mann in London vom legendären Hans Richter lernte, läßt sich heute nur noch in seinen späten Aufnahmen für DECCA, CBS und RCA erfahren. Seine Fähigkeiten als "Klangmagier" waren so außergewöhnlich, dass selbst heute noch in der Klassikszene vom "Stokowski-Sound" gesprochen wird.

Stokowski dirigierte zwar keine Opern, aber er liebte Richard Wagner - als Komponist orchestraler Musik. Also war es für ihn ein logischer Schritt, die schönsten Passagen aus Wagners Opern in reine Instrumentalmusik umzusetzten, d.h. zu transkribieren. Unser Hörbeispiel, der tragische Höhepunkt aus "Tristan und Isolde", ist das Finale einer fast 40-minütigen Suite, die alle Themen dieser Oper in sich vereint. Der Anfang klingt ein wenig holprig, weil Stokowski, eingedenk des Wagnerschen Prinzips der "unendlichen Melodie", keine Trackunterteilungen vorgenommen hat.

Der Dirigent José Serebrier, geboren 1938 in Uruguay, war ein musikalisches Wunderkind und schon in ganz jungen Jahren der Meisterschüler Leopold Stokowskis. Seine erste Symphonie wurde von Stokowski uraufgeführt, als Serebrier gerade 17 Jahre alt war. Er hat seitdem praktisch jedes wichtige Orchester geleitet und im Verlauf seiner Karriere die unglaubliche Anzahl von 8 Grammys gewonnen.

1 CD, ca. 75 Minuten

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