Album

War Games

Rob Swift feat DJ Melo D - War Games

Redaktionswertung: 
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Zapping mit dem Plattenspieler

Vier Jahre ist es her: ein Plattenladen in der Bochumer Innenstadt zeigt statt Viva Plus plötzlich ARD auf den angebrachten Monitoren. Alles starrt zur Decke: das World Trade Center brennt und nichts war mehr wie zuvor.

Auch Rob Swift, Ex-Mitglied der X-Ecutioners, sah fern, viele Stunden lang. Er hörte Radio, befragte seine Plattensammlung und versuchte sich einen Reim auf die Ereignisse am 11.September 2001 zu machen. „War Games“ heißt sein Reim, und ist ein ambitioniertes, reifes, ein eingängiges Album geworden. Von ABC über CBS zu NBC, von Bushs „Acts of war“ über Mobb Depps „There´s a war going on“ zu Noam Chomskys „Class War“ zappt sich Swift durch verschiedene Sichtweisen, die auf den ersten Blick nur bedingt mit dem Terroranschlag zu tun haben. In dem er O-Töne aus ihrem Kontext reißt, auf dem Plattenteller vor- und zurückdreht, mal schneller, mal langsamer abspielt und zum Geräusch verfremdet, schaffte er neue Zusammenhänge. Er stellt die sozialen Spannungen innerhalb der USA in Kontrast zur Kriegsrhetorik George Bushs, spannt den Bogen von der vorgeschobenen Suche nach Nuklearwaffen im Irak zur Situation der Afro-Amerikaner in den Innenstädten der Megacities. Das Außergewöhnliche an „War Games“ ist, dass Swifts Bestandsaufnahme nebenbei einige überragende Rap-Songs und virtuose Turntablismen abwirft, wie sie ihm bisher noch nicht gelungen sind. (fs)

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