Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9

Roger Norrington - Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9

Komponist: 
Gustav Mahler
Dirigent: 
Roger Norrington
Ensemble: 
Radio-Sinfoniorchester Stuttgart des SWR
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Der reine Ton?

Um Gustav Mahlers letztes vollendetes Werk, seine Symphonie mit der ominösen Nummer 9, kennenzulernen, ist jetzt die perfekte Zeit: Vor 150 Jahren, am 7. Juli 1860, ist der Komponist zur Welt gekommen.

Gustav Mahler komponierte nach seiner Symphonie Nr. 8 zuerst „Das Lied von der Erde“, eigentlich auch eine Symphonie, um dem scheinbaren Fluch, der auf Nr. 9 zu lasten scheint, zu entgehen: Für Beethoven, Schubert, Bruckner und Dvořák bedeutete die Neunte nämlich jeweils „das Ende vom Lied“. Erfolg hatte Mahler damit kaum: Seine Symphonie Nr. 10 blieb unvollendet.

Wie haben Gustav Mahler selbst und seine Zeitgenossen Musik gehört, komponiert, empfunden? In der Klassikwelt tobt zu dieser Frage der sogenannte Vibrato-Krieg: Dirigenten der historischen Aufführungspraxis, allen voran Roger Norrington, der Stabführer der vorliegenden Einspielung, sind sich sicher, dass Vibrato als durchgehendes musikalisches Ausdrucksmittel erst nach dem 1. Weltkrieg in Mode kam. Und dass entsprechend die Musik der Wiener Klassik sowie der Romantik nur mit stark reduziertem Vibrato gespielt werden sollte. Diese Praxis, die jeder im Hörbeispiel selbst erleben kann, nennt er den „reinen Ton“.

Andere Koryphäen widersprechen dem vehement - und historische Aufnahmen klingen zu schlecht, um eine der Positionen definitiv zu belegen. Die Quellenlage ist auch nicht eindeutig, obgleich sie eher gegen Norringtons Meinung in all’ ihrer Radikalität zu sprechen scheint. Also mag jeder selber entscheiden, wie für ihn die Musik am besten zum Ausdruck kommt. Eine interessante Alternative präsentiert Norrington allemal.

Wir hören den 3. Satz der Symphonie, die sogenannte „Rondo-Burleske“. Ein schwieriges Stück. Roger Norrington schreibt dazu in seinen Linernotes: „Mit seinen verrückten Märschen, zahlreichen Trios und Fugati ist das Rondo chaotisch und verstörend, aber auch freudig. Und eine Vision vom Paradies in der Mitte des Satzes vermittelt uns, dass alles in Ordnung ist – zumindest irgendwo im Universum.“

1 CD, ca. 73 Minuten

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