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White Bread, Black Beer

Scritti Politti - White Bread, Black Beer

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Toastbrot, Bier und kritischer Pop

So langsam wird in den Print-Redaktionen über dem Jahresrückblick 2006 gebrütet. Wir hätten hier noch einen ganz heißen Kandidaten für das „Comeback des Jahres“: Schließlich haben sich Scritti Politti nach sieben Jahren zurückgemeldet.

Bereits 1978 debütierte Scritti Politti mit "Skank Bloc Bologna" und entwickelte sich in der Folge zu einer der treibenden Kräfte des britischen Post-Punk. Mitte der 80er Jahre suchte die inzwischen zum Ein-Mann-Projekt von Sänger Green Garthside geschrumpfte Band den Erfolg in der Subversion durch Anpassung. Gehüllt in seichten Synthiesound und mit eingängigen Popharmonien versehen, arbeitete sich Garthside weiter an den philosophischen Ideen linker Denker wie Gramsci oder Derrida ab. 1985 konnte er mit diesem Mix sogar einen Top-Ten-Hit in England landen. Nach dem weniger erfolgreichen Nachfolger "Provision" zog sich Garthside zurück und ließ erst 1999 mit "Anomie & Bonhomie" wieder von sich hören. "White Bread, Black Beer" ist Teil zwei des "Comeback". 14 wunderbare Popsongs hat Garthside für dieses Album aufgenommen. Zwischen den Polen Folk, HipHop-Beats und Gitarrenpop mäandern Songs wie "Throw". Garthsides markant hoher Stimme ist es zu verdanken, dass sich die Songs eine unterschwellige Gefährlichkeit bewahren. Man will dem oberflächlichen Frieden zwischen Toastbrot und Guiness nicht so recht trauen, lässt sich aber auch nur zu gerne von Garthsides einschmeichelnden Harmonien einfangen. Das Unbehagen gegenüber den Verhältnissen schwingt bei Scritti Politti eben immer noch mit. Und genau deshalb ist "White Bread, Black Beer" eines der Alben des Jahres. (fs)

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