Dark Red

Shlohmo - Dark Red

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Licht aus

Irgendwie zwischen Dunkelrot und Tiefschwarz bewegen sich die Instrumentals des US-Nachwuchsproducers Shlohmo, sind letzten Endes aber gar nicht so störrisch, wie sie sich nach außen hin geben.

Flying Lotus hat's vorgemacht, Arca zu einem ersten Höhepunkt gebracht: Produzenten treten nach jahrelanger Anonymität immer mehr in den Vordergrund, und zwar auch solo und abseits von Chart-Hits. Die beiden genannten sind bei weitem nicht die einzigen Beatnerds, die der Hip-Hop-Kosmos in den letzten Jahren so hervorgebracht hat: Shlohmo ist ein weiterer, bekannt ist er vor allem dank einer Reihe großartiger Kollabo-Projekte mit R&B-Sänger Jeremih, doch auch bei How To Dress Well oder Banks hat der junge Kalifornier schon Hand angelegt.

Sein Territorium hat Henry Laufer damit schon mal abgesteckt: futuristische R&B-Beats mit elektronischem Soundbett und einer Prise Hip-Hop-Feeling. Genau dieses Nicht-Genre führt der 24-Jährige auch auf seinem zweiten Soloalbum weiter. "Dark Red" heißt das, dunkelschwarz ist das Cover, irgendwo dazwischen liegt die Ästhetik der elf Instrumental-Tracks begraben.

Die Titel erinnern an die von Arcas Debüt-LP "Xen", doch wo der Björk- und FKA-twigs-Produzent verstörende Eiseskälte verbreitet, sind Shlohmos Songs bei aller Dunkelheit doch fast ein klitzekleines bisschen melodisch, seine Verbundenheit mit der urbanen Musik und all ihren Spielarten stets spürbar.

Zugegeben, sie ist gut versteckt unter der emotionslos wirkenden Technologie und den zahlreichen Genre-Querverweisen, aber eine gewisse Wärme ist doch vorhanden, und traditionelle Songstrukturen scheinen Shlohmo nicht ganz so zuwider wie seinem venezolanisch-britischen Kollegen. Somit passt "Dark Red", ganz im Sinne des althergebrachten Hip-Hop-Spirits, sowohl auf den nebligen Dancefloor als auch zum heimischen Chillout. Oder weder noch. Licht aus muss aber schon sein!

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