Sido

Paul Würdig alias Sido wurde am 30. November 1980 in Ost-Berlin geboren und begann seine Rap-Karriere im Dunstkreis des Royal Bunkers und der Sekte. Mit dem "Arschficksong", dem "Weihnachtssong" und vor allem "Mein Block" wurde Sido Anfang der 00-Jahre zum bekanntesten Gesicht von Aggro Berlin, auch wenn er selbiges damals noch hinter seiner Maske versteckte. 2006 verabschiedete sich Sido von seiner Maske und trat auch textlich weniger aggressiv auf. Mittlerweile trägt er eher den Ruf eines Mainstream-Rappers, bleibt dabei aber erfolgreich. Mit "Ich und meine Maske" und "30-11-80" kann Sido zwei Nummer-1-Alben vorweisen. 2015 erschien das Album "VI", auf welchem "Astronaut", die gemeinsame Platin-Single mit Andreas Bourani, zu finden ist.

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Album

Sido - Das goldene Album

Sido - Das goldene Album

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Erfolgreiche Wurzelbehandlung

Wer Sido aufgrund seiner letzten Pop-Annäherungen schon abgeschrieben hat, sollte seine Meinung nochmal überdenken. "Das goldene Album" ist ein Genuss für Hip-Hop-Liebhaber.

Sido ist mit seinem letzten Album "VI" und der Single "Astronaut" mit Andreas Bourani endgültig im Mainstream angekommen. Selbst Radiosender, die das Beste der 80er, 90er und von heute spielen und Hip-Hop nicht einmal mit der Kneifzange anfassten, hoben plötzlich gemeinsam mit Sido und dem The Voice-Juror ab.

Einerseits freute sich Sido natürlich über den Erfolg, andererseits entstand in ihm zeitgleich der Wunsch, das nächste Mal wieder ein "richtiges" Rap-Album aufzunehmen. Ohne Hit für die Single-Charts, mit ordentlich Bumm-Tschak und Old School Spirit. Diesen Rückgriff auf frühere Zeiten symbolisiert Sido auch mit der Wiederbelebung seiner berühmten Maske - jetzt ist sie nur vergoldet, er kann es sich mittlerweile ja leisten.

Und auch auf das Kuschelimage der letzten Jahre hat Sido keine Lust mehr. Auf der ersten Single "Hamdullah" packt er schon einen amtlichen Diss gegen renommierte Hip-Hop Journalisten aus, mit "Masafaka" widmet er der Medienzunft sogar einen gesamten Track.

Sido - Masafaka (feat. Kool Savas)

Gemeinsam mit Kool Savas erzürnt sich Sido über das schlechte Image, das Hip-Hop seiner Meinung nach immer noch in den Redaktionen der großen Sendeanstalten und Printmedien hat. Auch die stereotype Darstellung von Rappern in Parodien durch Slang, Handbewegungen und Gangster-Themen stößt den beiden sauer auf. Selbstironie ist halt doch nicht die Stärke von Deutschrap, allerdings ist diese Haltung aus Sidos Mund etwas überraschend.

Eigentlich war der Maskenmann durch regelmäßige Auftritte bei Circus Halligalli oder seinen Film "Blutzbrüdaz" als medienaffiner, humorvoller Rapper bekannt, der sich selbt nicht zu ernst nimmt. In einer Zeit, in der jeder, der zwei Sätze aneinanderreihen kann, denkt, dass er rappt, muss ein solches Statement einfach als Verteidigung der Kunst verstanden werden.

Mit dem goldenen Album als Reminiszenz an vergangene Zeiten muss Sido aber auch sein Aggro-Image aus Anfangstagen ein wenig pflegen, weshalb ein Konfrontationskurs auch schlicht dazugehört. Diesen fährt Sido auch auf "Männaz mit Vaginaz" und "Ja man (feat. Estikay)", wo er seinen Deutschrap-Kollegen einen verbalen Einlauf verpasst.

Sido - Ja man (feat. Estikay)

Zu einer ordentlichen Old School Platte gehört aber auch die Erinnerung an die eigenen Wurzeln und den Struggle, den man vor dem Erfolg durchleben musste. "Das goldene Album" widmet sich dieser Thematik mit den bereits vorab releasten Tracks "Ganz unten" und "Geuner".

Besonders "Geuner" überzeugt mit gemütlichem Beat und interessanter Story, denn Sido verarbeitet darin seine Kindheit als Sprössling einer Sinti-Familie. Für seine eigenen Kinder hat Sido auch schon musikalische Tipps parat. In "Papa ist da" bereitet er sie auf die vielen Rückschläge im Leben vor, wobei sie aber immer auf ihren Papa zählen können, der sie nie im Stich lässt.

Sido - Geuner

Das Konzept, sich voll auf Rap zu konzentrieren und die Beats durch die Zeitmaschine zu jagen, geht voll auf. Schon lange klang Sido nicht mehr so inspiriert, sein Herzblut tropft aus jedem Takt. "Das goldene Album" ist Sidos gelungene Wurzelbehandlung und eine Platte für Hip-Hop-Liebhaber, die ihr Genre frei von Popeinflüssen genießen wollen. 

Tracklist:

1. Intro
2. Ganz unten
3. Hamdullah
4. Masafaka
5. Geuner
6. Papa ist da
7. Der einzige Weg
8. Striche zählen
9. Dachboden Skit
10. Diese Mucke
11. Männaz mit Vaginaz
12. Alkohol
13. Bijad
14. Ja man
15. Siggi Siggi Siggi

Sido auf Liebhaber Tour 2017:

20.01.17: Berlin, Columbiahalle
21.01.17: Leipzig, Haus Auensee
22.01.17: Dresden, Alter Schlachthof
23.01.17: Halle (Saale), Steintor Variete
24.01.17: München, Muffathalle
25.01.17: Wien, Arena Wien
27.01.17: Graz, Orpheum Graz
28.01.17: Innsbruck, Music Hall
29.01.17: Zürich, Kaufleuten Klubsaal
30.01.17: Stuttgart, LKA Longhorn
31.01.17: Heidelberg, halle02
01.02.17: Hannover, Capitol
02.02.17: Köln, Live Music Hall
03.02.17: Bremen, Pier 2
05.02.17: Dortmund, FZW
06.02.17: Düsseldorf, Stahlwerk
07.02.17: Münster, Jovel
08.02.17: Frankfurt, Batschkapp
10.02.17: Rostock, Moya
11.02.17: Hamburg, Große Freiheit 36

„Das goldene Album“ von Sido erscheint am 18. November 2016 über Universal Music.

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Alben

VI

Sido - VI

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Hände hoch für den Maskenmann
Sido "ackat" wieder: Zwei Jahre nach dem Erfolgsalbum "30-11-80" ist der Berliner Deutschrap-Superstar zurück mit seiner sechsten Solo-Platte. Die trägt den schlichten wie sinnigen Titel "VI" und soll beweisen, dass Siggi auch mit fast 35 noch längst nicht zum alten Eisen zählt.
Riskier Alles

Sido - Riskier Alles

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Dreamteam am Ball
Woran merkt man, dass bald WM ist? Ganz einfach: die Songs, die sich um das Thema Fußball drehen häufen sich. Für "Riskier Alles" haben sich Cro, Sido, Afrob, Prinz Pi, Megaloh und und und zusammen getan und rappen über ihren Lieblingssport.
30-11-80

Sido - 30-11-80

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Grenzenlose Geburtstagsparty
Zweifacher Vater, glücklich verheiratet, eine Friedenstüte mit den Feinden geraucht - Sido ist erwachsen geworden, das ist die Botschaft hinter „30-11-80“. Ein Album, das sich Sido zu seinem 33. Geburtstag schenkt. Er bestimmt was auf seiner Party läuft und das ist ziemlich „Grenzenlos“.

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