Staatskapelle Dresden Vol. 29

Sir Colin Davis - Staatskapelle Dresden Vol. 29

Komponist: 
Johannes Brahms
Interpret: 
Sir Colin Davis
Ensemble: 
Staatskapelle Dresden
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Eine der schönsten Symphonien der Romantik

Johannes Brahms’ Symphonie Nr. 3 ist pure Musik. Keine Gesinnung, keine Philosophie, kein literarisches Programm wird hier zum Ausdruck gebracht. Es geht einzig um Musik – in ihrer schönsten Form. Unser Hörbeispiel, der komplette dritte Satz „Poco allegretto“, verarbeitet eine der schönsten und elegischsten Melodien der Symphonik.

Warum ist die obenstehende Behauptung hinsichtlich „purer Musik“ betonenswert? Johannes Brahms komponierte seine Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90 im Jahr 1883, seinem 50. Lebensjahr. Damit fällt die Symphonie mitten in den sogenannten „Musikstreit“, in dessen thematischem Rahmen sich die Vertreter der „Neudeutschen Schule“, darunter Liszt, Wagner und Berlioz und die Anhänger einer „absoluten Musik“ im Sinne der Wiener Klassik (für die Haydn, Mozart und Beethoven stehen) in intellektueller Unversöhnlichkeit gegenüberstanden. Johannes Brahms war ein zentraler Exponent der letztgenannten Denkrichtung, das heißt, er lehnte programmatische Werke wie etwa Liszts „Tanz in der Dorfschänke“ grundsätzlich ab.

Für Brahms sollte allein der innermusikalische Qualitätsanspruch Bedeutung für die Gestaltung eines Musikstückes haben – und diese Haltung kommt in seiner dritten Symphonie auf’s Schönste zum Ausdruck. Diese Musik ist derart „absolut“ gehalten, dass keinerlei Gesinnung und auch kein bestimmtes Lebensgefühl darin festzumachen wäre. Stattdessen bietet die Symphonie Ästhetik und musiko-logische Stringenz in Vollendung – und erfüllt damit Brahms’ Ansprüche an sein Schaffen auf perfekte Weise.

Die vorliegende Konzertaufführung der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter ihrem Ehrendirigenten Sir Colin Davis wurde 1992 in der Dresdner Semperoper aufgezeichnet. Orchester und Dirigent erfüllen höchste Ansprüche an Klangkultur und geistge Durchdringung des Materials.

1 CD, ca. 68 Minuten (inklusive Schubert: Symphonie Nr. 8)

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