Die Reise geht weiter

Sir Peter Ustinov - Die Reise geht weiter

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Neue Reisen eines wahren Weltbürgers
Sir Peter auf Reisen. Fast alles hat er im Lauf seines langen Lebens gesehen, entsprechend überlegene Erfahrung fließt in seine skurilen Glossen ein. Reisen mit Mr. Ustinov bringt sardonischen Witz und sanfte Weisheit in Überfülle.

Unterwegs war Sir Peter eigentlich immer. Es konnte passieren, daß er innerhalb einer Woche als Schauspieler auf einem Kontinent tätig war und als Regisseur auf einem anderen. Er gebot über alle Zutaten, die einen Reisebericht farbig und interessant machen können: Bildung, Geschmack und Talent waren genauso vorhanden wie Scharfsinn und Humor.

Dazu war er auf du und du mit einigen der reichsten und begabtesten Menschen auf diesem Planeten. Wer sonst könnte einem erzählen, wie es beim "Elefantenpolo vor dem Sommerpalast des Maharadschas von Mysore" zugeht?

Aber Ustinov war trotz erlesenen Geschmacks kein Jet-Set-Snob. Er hat zeitlebens politisch Stellung bezogen und zwar als scharfzüngiger Kritiker sozialer Mißstände und Kämpfer gegen Intoleranz und Nationalismus, was seinen Betrachtungen die Würze gibt die sie brauchen, um nicht bloßer Boulevard zu sein. Ganz konkret kommt er etwa auf das traurige Verhältnis zwischen Russen und Tschetschenen zu sprechen.

Aber natürlich überwiegt bei Peter Ustinov doch der freundliche, parlierende, sanft ironische Tonfall, der zwischen tiefer Einsicht und reinem Vernügen pendelt, etwa wenn er sich mit der "Kunst des Durchwurstelns" beschäftigt. Das gilt auch für unser Hörbeispiel, indem Sir Peter auf Deutschland zu sprechen kommt: Schon im Jahr 2000 hat er an Themen wie der Ehe zwischen Mercedes und Swatch oder dem hiesigen Steuerrecht die deutsche Krise ziemlich hellsichtig dingfest gemacht.

Peter Alexander Ustinov wurde am 16. April 1921 in Cottage Village, London geboren. Sein Vater war Russe, die Mutter entstammte einer italienisch-äthiopischen Familie. Das vielsprachige Multitalent schreib schon als Tennager Theaterstücke, gewann als Schauspieler zwei "Oscars" und profilierte sich in den Siebzigern als Opernregisseur. Außerdem war er bis zu seinem Tod 2004 engagierter Botschafter der Kinderhilfsorganisation UNICEF.

Gelesen von Anke Engelke und Roger Willemsen
2 CDs, ca. 140 Minuten

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