Album

Sofa Surfers

Sofa Surfers - Sofa Surfers

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Auf neuen Wegen, ganz nah bei sich…

Ich will ehrlich sein: bisher haben die Sofa Surfers mich nicht allzu sehr interessiert, waren mir immer zu sehr Couch Potato-Dub und ihre Sideprojekte, wie I-Wolf, eigentlich interessanter. Wie gut, dass man seine Meinung revidieren kann.

Denn das rote, selbst betitelte Album der Sofa Surfers klingt weder elektronisch noch dubbig. Statt dessen kämpfen die Wiener im Bandverbund mit Gitarre, Bass und Schlagzeug und einem stoischen Groove. Minimalistischer, instrumentaler (Post-)Rock, der sich mit den Mitteln einer tighten Band an der unerbittlichen Repetition elektronischer Musik versucht. Ganz ähnlich wie das auch Trans Am und Couch schon versucht haben. Doch nach ungefähr einer Minute von „White Noise“ (der Kid Loco Mix lässt das leider alles nur erahnen) folgt schon die nächste Überraschung: Gesang! Mani Obeya ist Tänzer, Choreograph und mit seiner hellen Stimme geradezu prädestiniert, dem kalten maschinellen Rhythmus, Soul einzuimpfen. Ein spannender Kampf, der hin und herwogt: hier die Band, die musikalisch sich auf dem Weg zum Rock impliziten Exzess befindet, doch den Hörer nicht belohnt. Spannung baut sich auf, wie in den schönsten Stücken von Mogwai, allerdings ohne den kathartischen Tritt auf den Verzerrer. Nein, diesen Part übernimmt die Stimme, die zumindest lyrisch den rocktypischen Exzess probiert: „It´s a good day to die!“. Überraschung des Jahres! (fs)

Alben

Ähnliche Künstler