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The Bells of 1 2

Sol Seppy - The Bells of 1 2

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Fremde Töne, gehauchter Pop

Wenn man "The Bells Of 1 2" von Sol Seppy das erste Mal in seiner klanglichen Vielfalt hört, wundert man sich das Kargheit in der Produktion und Abwechslung im Songwriting so gut passen können. Ein kleiner Diamant.

Das Promozettel fast immer dick auftragen ist man gemeinhin gewöhnt. Da bekommt der Musikredakteur schonmal allerlei hahnebüchenen Nonsens präsentiert und man fragt sich, was das mit der gerade gehörten Musik zu tun hat. Auch die künstlerische Genese der hier zur Debatte stehenden Platte begann der Legende nach mit einer Katastrophe. Zitat: "Doch eines Nachts, als Sophie unterwegs war, explodierte ihr Studio." Zyniker würden jetzt anmerken, dass man als junge Amerikanerin seine erste Solo-Platte auch nicht unbedingt in Bagdad aufnehmen sollte. Realisten stellen erschüttert fest das amerikanische Großstädte scheinbar ähnlich gefährlich sind. Doch nun zur Musik. Schon nach wenigen Takten wird klar, das alles Entstehungsbrimborium gänzlich unnötig war. "The Bells of 1 2" spricht in seiner einnehmenden Schönheit für sich. Sophie Michalitsianos hat ihr Handwerk auf Tour mit den famosen Sparklehorse gelernt und zudem genügend Ideen um auf Albumlänge zu fesseln. Dabei klingt sie manchmal wie die junge Lisa Germano oder PJ. Harvey auf Retalin. Der gehauchte Gesang lässt auch durchaus an Hope Sandoval alias Mazzy Star denken. Mit einer vergleichsweise kargen Instrumentierung und seltsam verfremdeten Tönen gelingt es ihr eingängige, ruhige, aber durchweg faszinierende Klangwelten zu erschaffen. Das zum Download bereitstehende "Move" ist zudem ein echter Hit. (cw)

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