Cover Spoon - Hot Thoughts

Spoon - Hot Thoughts

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Neues Album, neue Ära? Für Spoon könnte Platte Nummer neun der Beginn einer neuen Zeitrechnung sein.

Mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel, neun Alben im musikalischen Oeuvre, da ist die Gefahr sich selbst zu kopieren höher, als man sich vielleicht selbst eingestehen mag. Spoon verstanden es schon immer klanglich groß aufzufahren ohne dabei aber zu verschroben und unantastbar zu klingen. Dadurch hat die Band aus Austin/Texas sowohl bei Kritikern ein Stein im Brett, als auch kommerziellen Erfolg einfahren können.

Jetzt aber wird es Zeit für eine Neuinterpretation des Spoon'schen Klangkosmos - und irgendwie dann doch nicht.

Für die Aufnahmen zu "Hot Thoughts" setzten Britt Daniels und die Löffelband erstmals die Akustikgitarre vor die Studiotür. Soundtechnisch öffnete man sich diversen elektronischen Spielzeug, legte die ein oder andere Oasis-Platte auf und hörte augenscheinlich zudem ganz viel Preoccupations.

Das Debütalbum der Viet Cong-Nachfolgeband könnte - ohne die Hand dafür ins Feuer legen zu wollen - Blaupause der neunten Platte gewesen sein. „Hot Thoughts" ist klanglich ähnlich innovativ, doch wo Preoccupations fette Gitarrenwände auffahren, wird es bei Spoon hittiger.

Erste Singleauskopplung ist er gleichnamige Titelsong der Platte. Und sind wir mal ehrlich: Spoon haben schon größere Ohrwürmer als "Hot Thoughts" in die Welt entlassen, ähnliche Nummern findet man auf dem Vorgänger They Want My Soul en masse, nur in catchiger.

Aber fast wirkt der Opener wie ein galanter Übergang vom damals ins jetzt. Denn gleich danach folgt "WhisperI'lllistentohearit" und Spoon öffnen sich langsam anderen Welten.  Doch immer nur so lang, dass man nicht in die Versuchung kommt zu denken, das könne nichts mehr mit den ursprünglichen Band zu tun haben, und so setzen nach knapp zwei Minuten wieder die typischen treibenden Drums und E-Gitarren-Riffs ein.

Spoon geht es nach mehr als zwanzig Jahren nicht um Stillstand. Mal erinnern sie an eine 2017er-Oasis-Version, haben wie in "Tear It Down" den Swing in sich aufgesogen und klingen zum Großteil dann doch noch immer so herrlich nach der Band, die viele seit Jahren mit eben diesem Namen verbinden.

Die Genregrenzen werden pulverisiert, Spoon klingen genauso eingängig, wie je her ohne sich selbst zu kopieren. Ganz im Gegenteil, Album Nummer neun könnte - zwar keinen grundlegenden - aber doch einen hörbaren Wandel des gewöhnten Spoon-Sounds einleiten.

"Hot Thoughts" von Spoon erscheint am 17.03.2017 via Matador Records.

Diese Alben solltet ihr im März außerdem nicht verpassen

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