Strange Talk EP

Strange Talk - Strange Talk EP

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Hochpolierter Wohlfühldrang

Cut Copy hin, The Presets her: Synthiesatten Elektropop aus Australien hat nicht jeder auf dem Zettel, und die Abwehrmechanismen sind noch kaum geschult. So fällt es Strange Talk aus Melbourne kaum schwer, als bandgewordener Sommerhit Begeisterung zu ernten.

Stephen Docker und Gerard Sidhu, Violinist mit Gesangsambitionen der eine, House-Produzent der andere, hatten zu Beginn ihrer Zusammenarbeit eigentlich nicht vor, jemals außerhalb des Studios groß aufzutreten. Schnell jedoch wurden die gemeinsamen Songs, die Ideen, der innere Drang und der Zug von außen zu viel für ein Studioprojekt. Strange Talk wurden zur Band. Im Briten Eliot Smith fand das Quartett einen Produzenten, der ihre Stücke per im Schritt-für-Schritt-Emailverkehr auf Hochglanz brachte. Smith hatte schon mit dem Two Door Cinema Club und Bloc Party gearbeitet, fand in Strange Talk den sympathischen Wohlfühlpop der einen und den Tanzflächendrang der anderen wieder, und stellte beides hochpoliert heraus. Der Sog wurde größer, es gab Preise und Preisungen.

Nun stellt sich Band offiziell mit einer Veröffentlichung vor, einer vier Stücke umfassenden EP. Die bringt vier mal treibenden Synthiepop, der in seinen Strukturen und vor allem mit seinem treibenden, grob detailverliebten Schlagzeug oft an Phoenix erinnert. Aber Strange Talk kommen noch polierter, sauberer, synthetischer und offensiv schmucker daher. Sie wollen gefallen und den tut man ihnen gern, vom "Climbing Walls" mit seinem noch zarten Gitarrenintro und seinen Klaxons-Chören bis zum abrupt ins Nichts arpeggierenden Tanzflächenbeziehungsstück "We Can Pretend".

Strange Talk sind geleckt perfekt. Sie haben viele kleine Elemente des großen Elektropopsongs neu zusammengesetzt und Miniideen unnachgiebig ausformuliert. Manchmal schrammen sie bei all den eingebauten Erinnerungsauslösern hart am Plagiat vorbei, aber sie gehen immer einfach noch weiter, feilen noch eine Ecke weg, kondensieren allen Synthiepomp in einem einzigen Sound, lassen die Bassläufe noch runder funken, verbauen den Blick auf Textbedeutung. Alles wird Pop, alles wird Schimmern, alles wird Rhythmus. Und die letzten zarten Abwehrversuche sind im Zweifel schon die ersten Tanzschritte.

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