T der Bär - Bienenwolf

T der Bär - Bienenwolf

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Ein neuer Sound klackert und knallt von Berlin aus in die deutsche Hip-Hop-Landschaft. T der Bär präsentiert auf seinem Debütalbum einen eigenständigen Stil, der zwischen roughen Beats und melancholischem Indie changiert.

T der Bär kommt, wie er selbst erklärt, vom Rummelplatz. Seine Beats sind dreckig und rough, seine Stimme kratzig und einprägsam, der Flow variabel - und dennoch zeichnet einen Rummelplatz vor allem sein Unterhaltungsfaktor aus. Wie hoch dieser auf "Bienenwolf" ist? Hören wir doch mal rein.

Vorneweg winkt uns eine haarige Pranke einen "Bärengruß" zu. Der Representer arbeitet sich mit orientalisch inspiriertem Instrumental ordentlich ins Genick. Der Tanzbär lädt ein und möchte weder Geld noch Ruhm, sondern einfach seine Musik unter die Leute bringen und mit ihnen feiern. Ein schöner Opener.

Was bei den ersten Songs sofort auffällt, ist der homogene Sound. T der Bär ist nicht nur für die Lyrics verantwortlich, sondern Rapper, Komponist, Beatbastler und Produzent in einem. So erschuf er sich eine Bärenwelt nach seinen Vorstellungen, die in sich geschlossen ist, in seinem Abwechslungsreichtum allerdings ein bisschen behäbig. Spätestens seit dem Dschungelbuch kennt man das ja von dieser Tierfamilie.

"Bär auf dem Schoß" macht allerdings mit Anleihen an die frühen Deichkind ordentlich Laune und bounced basslastig von Oberschenkel zu Oberschenkel.

Ein weiteres Highlight der Scheibe ist des Bärs Huldigung an den American Football in "Joe Montana". Der nach dem legendären Quarterback der San Francisco 49ers benannte Track arbeitet sämtliche Stereotypen eines Football-Spielmachers ab, erzeugt Stimmung durch US-Kommentatoren-Samples, Cheerleader-Shouts und Marching-Band-Beat.

Während es bei Songs wie "Prärie" und "Du musst brennen" sehr straight zur Sache geht, zeigen "Nie mehr" und "Fliessen" die melancholische Seite von T der Bär. Letztgenannter Track befasst sich mit der schon oft besungenen Aufbruchstimmung, T der Bär interpretiert die Thematik allerdings ein wenig zurückhaltender als so mancher Kollege, was den Wunsch paradoxerweise aber umso eindringlicher vermittelt.

"Bienenwolf" ist insofern ein bemerkenswertes Album, da der Sound zwischen Wu-Tang Clan und Radiohead tatsächlich nicht alltäglich ist und T der Bär alles im Alleingang umgesetzt hat. Für den Rummelplatz fehlen aber die bunten, schillernden Lichter, die schrille Rauschhaftigkeit und ein bisschen Abwechslung.

So bewegt sich T der Bär eher auf einem heruntergekommennen Gelände mit rostigen Fahrgeschäften, wo deren dubiose, in Wohnwagen lebende Besitzer kritisch um die Ecke linsen. Diese Assoziation ist im Hip-Hop aber ausdrücklich nicht negativ zu bewerten!

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