Album

Currents

Tame Impala - Currents

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Rock ist tot

Rock ist tot, die Zeit der Gitarren ist vorbei. Zumindest, wenn es nach Tame Impala geht.

 

Tame Impala
Tame Impala

Foto: Caroline/Universal

 

Ein von wilden Spekulationen umgebenes Album ist da: "Currents" heißt das dritte Werk des Australiers Kevin Parker aka Tame Impala. Zumindest abseits der Bühne ist diese Band tatsächlich eine One-Man-Show: Mastermind Parker hat den Longplayer komplett im Alleingang geschrieben und eingespielt - und er hat alles hinter sich gelassen : den Rock, die 60s-Verweise, die Riffs, alles weg. Hier ist nichts mehr wie es war.

Vollkommen überraschend ist das zwar nicht, bereits im Vorfeld sorgte das gratis im Netz verfügbare "Let It Happen" auf knapp 8 Minuten mit reichlich elektronischen Spielereien für Aufsehen und auch auf dem Vorgänger "Lonerism" kündigte sich manche Idee hier und dort schon an. Dennoch ist der Umbruch radikal: Loops, breite Synthie-Teppiche, Bee Gees der 70er und Prince der 80er, Pop, Pop und nochmal Pop. Captain Future meets Pink Floyd. Manches wirkt etwas schwülstig, wenn nicht gar kitschig. Doch Parker ist ein zu erfahrener Songwriter um in diese Falle zu tappen.

Er schachtelt die Versatzstücke dichter ineinander, lässt an anderer Stelle etwas Luft und kriegt so tatsächlich die Kurve, wenn auch manchmal nur haarscharf. Konsequent verweigert Parker die Single: "Currents" ist ein einheitliches und geschlossenes Album ohne die Sorte Hit, über die sich ein Label freut. Statt dessen liegt der Fokus gleichberechtigt auf jedem einzelnen Track. Lediglich "Gossip" wirkt wie ein merkwürdig unnötiger und deplatzierter Pausenfüller. Irgendwie psychedelisch kommt all das noch immer daher. Nicht ohne Schwächen, dafür entschlossener, konkreter und weniger zaghaft.

Ob Disco, Funk, R-n'B oder Pop, Tame Impala 2015 zehrt von vielen Einflüssen, die meisten davon für die beiden bisherigen Alben unvorstellbar. Es ist nicht ungefährlich, sich derart kompromisslos neu zu erfinden. Dass alle Fans die Kehrtwende mitmachen darf bezweifelt werden. Doch so ein Neustart ist auch beeindruckend, zeugt von Mut und vom Vertrauen, seinen Impulsen nachzugehen und das eigene Potential zu verwirklichen. Diese Energie steckt an.

Parker wird hoffentlich für dieses viel zu selten eingegangene Risiko belohnt und von Menschen neu entdeckt werden, die seine Vision vom Pop teilen. Zu wünschen ist es ihm, denn dort wo dieses Album herkommt gibt es wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch eine ganze Menge mehr zu entdecken. Es bleibt spannend. Das ist im Musikgeschäft sicher nicht die schlechteste Eigenschaft.

Download & Stream: 

Alben

Let It Happen

Tame Impala - Let It Happen

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Sneak Preview
Seit ihrem Grammy-nominierten Album "Lonerism" 2012 hat man von Tame Impala keine neue Musik mehr gehört. Jetzt verschenken sie einen neuen Song und kündigen damit ein neues Album an. 
Lonerism

Tame Impala - Lonerism

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Mehr Staub in der australischen Wüste
Mehr „Retro“ geht dieses Jahr nicht. Tame Impala haben ihren staubigen Psychedelic-Rock für „Lonerism“, Album Nummer zwei, noch einmal mit dicker Patina überstrichen. Dass das Album trotzdem nicht von vorgestern klingt, liegt an Wirrkopf Kevin Parker und seinem Händchen für die großen Melodien.
InnerSpeaker

Tame Impala - InnerSpeaker

Artist: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Erfreulich breitbeinig
Ist im äußersten Westen Australiens die Zeit stehen geblieben? Tame Impalas "Innerspeaker" ist eine Zeitreise in die Sixties mit LSD-geschwängertem Psychrock, staubtrockenem Stoner-Rock und den eingängigen Melodien der Beatles.

News

Plagiatsvorwürfe gegen Tame Impala

Plagiatsvorwürfe gegen Tame Impala

Haben die Australier einen Song geklaut?
Tame Impala haben drei ARIA Awards und mehrere Grammy Nominierungen erhalten und gelten als kompetente Songschreiber. Jetzt hat ein chilenischer Blog frappierende Ähnlichkeit zwischen ihrem Song "Feels Like We're Only Going Backwards" und einem argentinischen Popsong aus den 80er Jahren ausgemacht. Hier beide Songs im Vergleich.
Sehenswert: Die Videos der Woche

Sehenswert: Die Videos der Woche

Mit: Beyoncé, Suede, Grizzly Bear, Tame Impala und Todd Terje
Musikfernsehen ist tot, das Musikvideo lebt. Selten war die Vielfalt an gut gemachten Videos im Netz so groß wie derzeit. Damit euch die Perlen nicht entgehen, stellen wir regelmäßig die besten Videos vor - auf einen Blick und mit einem Klick. Dieses Mal liefert Beyoncé ein grandioses XXL-Spektakel zum Super Bowl XLVII.

Videos

Ähnliche Künstler