Album

Pretend Not To Love

Tigercity - Pretend Not To Love

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Acceptable in the 80s

Ausgerechnet der Rolling Stone hatte Tigercity schon 2007 auf dem Zettel. Offenbar tut sich die Redaktion dort leichter mit Bands, die den Fundus der 80er ausplündern. Im Tonspion pflegt man in dieser Beziehung Uneinigkeit, wobei Tigercity hier eigentlich auf fruchtbaren Boden fallen müssten.

Man kann es sich nicht aussuchen, in welchem Jahrzehnt man aufwächst. Besser man akzeptiert, dass die 80er unsere 60er sind, und deshalb seit Jahren in immer neuen Zusammensetzungen aufgekocht werden. Nach dem die Referenz-Perlen schon längst aufgelesen und weiter verarbeitet wurden, wagt sich die zweite und dritte Generation der 80er Adepten so langsam an den Giftschrank.

Tigercity haben sich offenbar einen Badezusatz aus den schlimmsten 80er Jahre Giften gemischt und trotzdem keine Überdosis abbekommen. Cheesy Keyboardsounds und Falsettgesang werden hier mit der nötigen Disco-Coolness gekreuzt, die den Karren haarscharf auf Linie zwischen Scham und Lust hält. Ähnlich wie Heartbreak wandeln Tigercity auf dünnem Eis, sparen sich aber die Ironie. Hier wird lieber ohne doppelten Boden operiert, auf Risiko als Chance gesetzt.

Florian Schneider / Tonspion.de

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