Bang Bang Boom Cake

Tiny Masters of Today - Bang Bang Boom Cake

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The Kids Are Alright
Tiny Masters of Today haben eigentlich alles, was den Durchbruch im Musikgeschäft garantiert: Kreativität, Präsenz, solides Handwerk und prominente Fans. Die Bandmitglieder sind allerdings noch nicht mal Teenager.

Ein wenig irritieren die Kinderstimmchen zunächst schon, doch daran hat man sich schnell gewöhnt. Seit zwei Jahren stehen Tiny Masters of Today nun schon auf der Bühne, damals waren die Geschwister Ivan und Ada gerade mal elf und neun Jahre alt. Nach anfänglichen Versuchen im heimischen Keller in Brooklyn erschien im vergangenen Monat schließlich das erste Album „Bang Bang Boom Cake“ auf dem britischen Label Mute.

Der erste Pickel, der erste Kuss, der erste Vollrausch – das alles liegt wohl noch vor den Beiden, betrachtet man ihre blassen Gesichter auf den Bildern. Den Mangel an Erfahrung gleichen versuchen sie mit technischen Skills wettzumachen: Bruder und Schwester singen, Ivan spielt dazu Gitarre und Bass, Ada steht hinter dem Keyboard. Früher wechselten die beiden sich am Schlagzeuger ab, seit kurzem übernimmt diese Aufgabe jedoch Drummer Russel Simins, der die Geschwister über Myspace kontaktierte.

Die Tiny Masters singen von Dingen, die Halbwüchsige im Speziellen, aber eigentlich auch alle anderen interessieren. “Kids just wanna have some fun” heißt es im Song “K.I.D.S.” - einfach ein bisschen Spaß haben, das wollen schließlich auch die Großen. Die Schrammel-Gitarren und herausgebellten Stakkato-Vocals erinnern stark an die Ramones, ihr Lifestyle – wenn man das bei 11- beziehungsweise 13-Jährigen überhaupt so nennen kann - natürlich nicht. Dafür sorgen vor allem ihre Eltern, die neben der Geheimhaltung des Nachnamens der Familie auch streng Zensur über die Myspace-Präsenz ihres musikalischen Nachwuchses üben. Da fangen Konzerte eben um vier Uhr nachmittags an und auch eine eigene Reality-Show ist erst mal nicht drin.

In der New Yorker Alternative-Szene genießen die Tiny Masters trotz ihres geringen Alters bereits Kultstatus, zu ihren prominenten Fans gehören Yeah Yeah Yeahs-Sängerin Karen O und Blondie alias Debbie Harry. Was soll da karrieretechnisch noch groß schief gehen? Wobei Tracks wie "Disco Bomb" schon ein bisschen schnuckelig erscheinen, angesichts der Tatsache, dass Ivan und Ada noch nie eine Disko von Innen gesehen haben. Beim Punkrock geht es eben um mehr als Pickel und erste Küsse. Aber das kann ja noch werden.

Julia Wilczok / Tonspion.de
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