Album

We

Torpedo - We

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Bereit für den Weltuntergang

Torpedo aus Schweden geben sich düster, dabei spielen sie an sich sehr positiven elektronisch angehauchten Gitarrenpop. Der Fünfer hat ein Ziel: Sie wollen den Soundtrack der Apokalypse schreiben. Mit „We“ ist ihnen zumindest schon mal ein sehr gutes Album gelungen.

Als Skandinavier muss man vielleicht einfach düster unterwegs sein und der Melancholie freien Lauf lassen. Aber so eine Lebenseinstellung zelebrieren eigentlich nur die Finnen. Torpedo stammen aber aus dem eigentlich sehr fröhlichen Schweden. Und wenn man genauer hinsieht, verströmt „We“ auch weniger Apokalypse, sondern eher Freude an der Musik.

Beim sehr langen Opener zum Song „Dystopia“ mit seinen abwechselnd dumpfen und klaren Synthiesounds, gepaart mit Gitarre, hat der Hörer doch gleich die frühen U2 vor Augen. Der Titel gipfelt schließlich in einer Orgelorgie, die The Doors kaum besser hätten machen können. Dazu noch die kräftige, sehr präsente Stimme von Sänger Andreas Hogby. Schon hier ist klar: Torpedo haben Großes vor. Und dafür haben sie sich das Beste ins Studio geholt, was Schweden zu bieten hat. Die Zusammenarbeit mit Christoffer Berg, der schon The Knife und Fever Ray den Feinschliff gab, tat dem Fünfer sichtlich gut. Die Mischung zwischen Drums sowie verzerrter Gitarre und Synthieklängen passt einfach. Musikkenner mit einer großen Erfahrungsspanne werden bei manchen Songs an die frühen Simple Minds, Talking Heads, Depeche Mode oder Heaven 17 erinnert.

Torpedo haben ihre Schublade gefunden. Es ist der melodische Electro-Gitarren-Pop. Dabei steht das synthetische klar im Vordergrund, die Gitarren bleiben stets im Background. Bass- und beatlastig oder gar bedingungslos dancefloor-tauglich ist die Musik auf „We“ aber nicht. Dafür sind Torpedo dann doch wirklich etwas zu düster und melancholisch. Und wer bemängelt, dass die schwedische Band mit ihren Songs so viele Assoziationen zu vielen erfolgreichen Bands der Musikgeschichte zulässt, dem sei gesagt: Mit den ganz Großen verglichen zu werden, ist wahrlich kein Weltuntergang.

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