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W H O K I L L

Tune-Yards - W H O K I L L

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Polizeisirenen und Einfrauchöre

Mit einem Diktiergerät und freier Audiosoftware nahm Merrill Garbus ihr Debüt als Tune-Yards auf - roh, eindringlich und unmittelbar. Ihr Zweitwerk "Whokill" raffiniert Garbus' schleifenreichen Tribal Folk, ohne den anmutigen Eigensinn des Projekts zu schmälern.

Live ist Tune-Yards ein umwerfendes Erlebnis. Merrill Garbus baut ihre Stücke Schicht um Schicht auf, lässt mit Mikrofon, Trommeln, Ukulele und Loopeffekten Beats und Riffs entstehen, zu denen ihr Gesang prachtvoll zu tanzen weiß. Bassist Nate Brenner schlenzt aus dem Hintergrund beschwingte Basslinien dazu, und alles um diese Band beginnt zu schweben.

Nate Brenner, bislang nur Live-Bassist, ist auch eine der zwei wesentlichen Neuerungen auf Garbus' zweitem Album: Ein stets freundlicher, aber bestimmter Bass, der die Schichtarbeit der Frontfrau stützt und kommentiert, der sie leicht zu umtänzeln und gemeinsam mit ihr zuzuschlagen weiß. Die andere Neuerung ist ein neuer und klarer Sound, ein Ergebnis der professionellen Studioarbeit.

"Recorded entirely through a voice recorder and mixed on Audacity - YOU CAN DO IT!", schrieb Garbus noch angemessen selbstbewusst ins Booklet ihres Debüts. Und "Birdbrains" wusste entsprechend in die Welt zu poltern und zu begeistern. "Whokill" jedoch wirkt offener, detailverliebter, gönnt sich Gastmusiker, die wohldosierte Akzente über die Rhythmus- und Akkordschleifen legen - und schafft bei aller Liebe zum musikalischen Detail Raum für Merrill Garbus als Sängerin. Sie fordert kraftvoll, sie säuselt zart, sie konstruiert Grundmelodien, Polizeisirenen und Einfrauchöre.

Dem sich Ton für Ton in Rage singenden "Bizness" folgt "Gangsta" als zweite Single - ein wundervoll polterndes Stück über Angst und Gefahr, voll wirrer Bläser und abrupter Pausen. Beastie Boy Adrock verpasste dem Stück für die physische Veröffentlichung einen feinen Hiphop-Remix alter Schule, der leider doch zu vage bleibt, um dem Stück einen wirklich neuen Dreh zu verpassen. Hier hätte man mehr erwarten können - doch es bleibt ja noch das herrliche Original.

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