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Die On The Dancefloor

Tyson - Die On The Dancefloor

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Konsequenter Draufgänger

Weder Mike, noch Tiger, einfach „Tyson“ nennt er sich. Der Sänger mit dem kraftvollen Falsett ist kein Mann für den schnellen K.O., ein Draufgänger ist er trotzdem. Trotz einiger Erfolge mit dem Electrofunk-Act Unklejam hat Tyson erst mit „Die On The Dancefloor“ sein musikalisches Coming Out.

 

Sein Vater war in den 70er Jahren Mitglied der britischen Reggaeband Misty In Roots, doch weiter weg von Reggae als „Die On The Dancefloor“ könnte ein Album nicht sein. Mit seinem Falsett beschwört Tyson darin die Kraft des Dancefloor, als Donna Summer noch am Leben war und Girogio Moroder unmögliche Brillen trug. Gemixt mit New Wave Unterkühltheit entsteht so eine schwarz-weiße Eighties-Referenz, bei der nur noch Alison Moyet als Duettpartnerin zur perfekten Inszenierung fehlt.

 

Wenn Seeed 2012 ungeschoren mit einer lau aufgewärmten Coverversion von Blacks Langweiler-Schnulze „Wonderful Life“ durchkommen, sollte man Tysons liebevollem Bronski Beat- und Erasure-Update mehr als nur ein Ohr schenken. Zumal sich Tyson nicht nur auf sein Songwriting verlassen kann, sondern auch über Stimme verfügt, die glamourös und schillernd ist. Klaus Nomi selig wäre stolz auf seinen jüngsten Nachahmer, der unterkühlte Optik mit opernhaftem Pomp zusammenbringt und doch mit beiden Beinen auf dem Dancefloor landet. Vor allem eins imponiert dabei: Die absolute Konsequenz, mit der Tyson seine Vision verfolgt - dankenswerterweise die einzige Gemeinsamkeit mit seinem ehemals boxenden Namensvettern.

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